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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
Der Gedenkstein für Marie Pfannenstiel (AA 18) und das Mausoleum Sanne

Grabanlage Dr. Johann Heinrich Burchard Das Baumstumpfgrabmal Jansen an der Waldstraße
Von der Brücke am Nordteich aus war ein graues Mausoleum zu sehen. Dorthin gelangt man, wenn man vom Grabmal Burchard aus durch die Gräberlandschaft in Richtung Osten geht. Alternativ kann man zur Waldstraße gehen und dann der Waldstraße in Richtung Osten folgen. Dort, wo auf der rechten (südlichen) Straßenseite in der Verlängerung eines breiten Fußweges das ockergelbe Gebäude der Kapelle 2 zu sehen ist, führt direkt gegenüber- also auf der nördlichen Straßenseite - ein weiterer Fußweg zum Mausoleum.

Der Gedenkstein für Marie Pfannenstiel

Neben dem Mausoleum steht der Gedenkstein für Marie Pfannenstiel. Es handelt sich um eine Kugel mit 73 cm Durchmesser auf einem Würfel vom 90 cm Kantenlänge. Die Inschrift auf der Würfel lautet: „Marie Pfannenstiel/ Zum Gedächtnis/ Geb. 13. Juni 1864/ Gest. 26. Sept. 1927”.

Marie Pfannenstiel ist in der benachbarten Grabstätte Rogge beigesetzt. Sie leitete eine Privatschule. Ehemalige Schülerinnen widmeten ihr den Gedenkstein. Frau Pfannenstiel war von Goethes Werken begeistert. Deshalb wurde der Stein als Kopie eines Steines gestaltet, den Johann Wolfgang Goethe anno 1777 neben seinem Gartenhaus am Stern in Weimar aufstellen lies. Dieser „Stein des guten Glücks” oder „Altar der Agathe Tyche” war als Geburtstagsgeschenk an Charlotte von Stein gedacht.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Gedenkstein Marie Pfannenstiel
Weshalb hatte Goethe diese seltsame Form gewählt? Goethe selbst soll sich nicht dazu geäußert haben! Somit sind Mutmaßungen über eine tiefere Bedeutung des Originalsteins sämtlich an den Haaren herbeigezogen - auch wenn Tyche in der griechischen Mythologie als Begriff ohne eigene Gestalt für Schicksal und Zufall bei Glück und Unglück stand.

Der Stein auf dem Friedhof Ohlsdorf wurde offensichtlich im Frühjahr 2012 von den umgebenden Rhododendren befreit. So kommt er gut zur Geltung!

Hinweis: Auf dieser Website steht „Johann Wolfgang Goethe”, denn der bekannte Dichter wurde erst 1782 geadelt.

Bild: Stabiles, labiles und indifferentes GleichgewichtIn der Mechanik werden drei Arten des Gleichgewichts unterschieden: stabil, labil und indifferent. Die drei Skizzen veranschaulichen diese Arten des Gleichgewichtes anhand eines Rollkörpers auf einer unterschiedlich gewölbten Oberfläche. Der „Stein des guten Glücks” stellt das indifferente Gleichgewicht anschaulich dar. Ob Goethe das geahnt hatte?


Das Mausoleum Sanne

Bild: Das Mausoleum Sanne im Bau
Bild: Das Mausoleum SanneBild oben: Das „Mausoleum Sanne während des Baus am 17.2.2007.

Bild links: Das Mausoleum von der Eingangsseite aus (25.4.2012).

Bild: Das Mausoleum Sanne am BachDie Glasscheibe in der Tür ermöglicht eine Einsicht in das Innere des Mausoleums. Einige Spiegelungen in der dem Eingang gegenüberliegenden Rückwand und weitere Spiegelungen in der Glasscheibe der Tür geben dem Foto einen besonderen Reiz.

Als Architekt des Mausoleums Sanne wird der Dipl. Ing. Axel Bobis aus Hamburg angegeben.[Barbara Leisner: Neue Mausoleen auf dem Ohlsdorfer Friedhof, Ohlsdorf - Zeitschrift für Trauerkultur, August 2012]

Vor hier aus geht es weiter in Richtung Süden zur Waldstraße, dann nach rechts (in Richtung Westen) wieder in Richtung Nordteich auf die dortigen Verkehrsinsel zu.

Letztes Upload: 24.08.2017 um 13:29:16