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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
Gustav Adolf Graf von Götzen - Diplomat und Gouverneur für Deutsch-Ostafrika

Die Säule von Senator Stahmer Das Familiengrab Weber
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Gustav Adolf Graf von Götzen

Seit 1913 überwacht der uniformierte Gustav Adolf Graf von Götzen von seinem hohen Sockel aus den Verkehr auf der Norderstraße. Sein Kopf ist leicht gesenkt, denn so kann er die Straße am besten überblicken. Zu schnell fahrende Autos notiert der Graf auf der Schriftrolle in seiner rechten Hand. Offenbar kommt gerade kein auffälliges Auto vorbei, denn sein linker Arm ruht auf der Sessellehne und die Schriftrolle ist eingerollt.


Sehenswert ist dies auffällige Grabmal auf jeden Fall. Von der Gestaltung her könnte die 1,90 m hohe sitzende Figur einen Kaiser darstellen. Der Künstler ist Gustav Eberlein, gegossen hat sie die Firma Lauchhammer.

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Gustav Adolf Graf von Götzen
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Gustav Adolf Graf von Götzen
Zwei Ämter aus dem kurzen Leben des Gustav Adolf Graf von Götzen sind auf dem Sockel des Grabmals besonders hervorgehoben:
  • Im März 1901 wurde er unter Beförderung zum Major als Gouverneur für Deutsch-Ostafrika ernannt. 1906 gab er den Gouverneursposten aus gesundheitlichen Gründen an Freiherr von Rechenberg ab und kehrte nach Deutschland zurück.
  • 1908 wurde er preußischer Gesandter für die Hansestädte.

Geboren wurde er am 12. Mai 1866 auf Schloss Scharfeneck/Grafschaft Glatz in Schlesien. Gestorben ist er in Hamburg, laut Grabmal am 1. Dezember 1910. Krankheitsbedingt wurde er nur 44 Jahre alt.

Seine Ernennung zum Gouverneur für Deutsch-Ostafrika hatte gute Gründe. Er hatte Forschungsreisen in Ostafrika unternommen und außerdem als Attaché in Rom und Washington diplomatische Erfahrungen gesammelt. In seine Zeit als Gouverneur fällt die Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstandes 1905.

Nach ihm wurde das auf der Meyer-Werft in Papenburg gebaute Passagierschiff „Graf Goetzen” benannt. Die „Graf Goetzen” ist das Vorbild für das Kanonenboot „Louisa”. Die „Louisa” wurde in dem Film „African Queen” mit Katharine Hepburn und Humphrey Bogart versenkt. Die ehemalige „Graf Goetzen” heißt jetzt „Liemba” und ist immer noch auf dem Tanganjikasee in Betrieb.

Am 22.9.2012 war sie Gegenstand einer 45-minütigen Dokumentationsausstrahlung unter „360°- GEO REPORTAGE” im Fernsehprogramm von „Arte”.

Wer mag, kann sich auf www.liemba.org einen US-amerikanischen Trailer anschauen (Quicktime-Plugin erforderlich) und/oder in der deutschen Wikipedia unter dem Stichwort „Liemba” mehr über das Schiff in Erfahrung bringen.


Letztes Upload: 24.10.2017 um 06:33:36