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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
Familiengrab Syndicus Dr. Carl Leo (Z12,60-67)

Das Familiengrab Kirsten/ Fontenay Klein/ Reichel/ Howoldt/ Wenk
Bild: Syndicus Dr. Leo (28.1.2017)Mit einer Grabanlage Abstand steht neben dem Familiengrab Kirsten/Fontenay auf einem felsartig gestalteten Sockel dies Grabdenkmal aus rotem Sandstein mit einem bemerkenswerten Relief von Xaver Arnold.

Blumenreliefs und Voluten schmücken die Stele.

Bild: Syndicus Dr. Leo (28.1.2017)Ein Kreis aus vergoldeten Mosaiksteinen rahmt das Relief ein.

Das Relief zeigt im Dreiviertelprofil das Büstenporträt von Dr. Carl Ludwig Leo (*19.2.1828; †4.3.1899). Er war Senatssyndicus. Auf dem Relief sind Teile seiner Amtstracht dargestellt.

Blumenreliefs und Voluten schmücken die Stele.

Links und rechts seitlich vor dem zentralen Denkmal liegen kleinere einheitlich gestaltete Grabsteine. Jeder markiert genau ein Grab:

Einer der Grabsteine ist Dr. Ing. h.E. Gustav Heinrich Leo (*3.5.1868 Hamburg; †8.12.1944 Hamburg) gewidmet. „H.E.” steht vermutlich für „hiesiges Ermessens” und soll wohl besagen, dass es sich um einen Ehrendoktortitel handelt(?).

Gustav Heinrich Leo war ein Sohn des Juristen und Senatssyndicus Dr. Carl Ludwig Leo und seiner Ehefrau Franzisca Henriette, geb. Herrmann.

Nach einer qualifizierten Ausbildung trat Gustav Heinrich Leo 1897 als Regierungsbaumeister in den Hamburgischen Staatsdienst ein.

Bild: Grabstein Dr. Ing. h.E. Gustav Heinrich Leo (28.1.2017)
Als Mitarbeiter von Fritz Schumacher wurde Gustav Heinrich Leo 1920 zum Baudirektor und 1923 zum Oberbaudirektor des Ingenieurwesens ernannt. 1929 verlieh ihm die Technische Universität Danzig die Würde eines Dr. Ing. ehrenhalber.

Genau wie Fritz Schumacher wurde Gustav Heinrich Leo 1933 in den Ruhestand versetzt.

1935 wurde festgestellt, dass Dr. Gustav Leo zu einem Viertel Nichtarier war.

Frau Lilli Leo wurde am 20.9.1944, Herr Dr. Gustav Leo am 27.9.1944 verhaftet. Beide wurden im Konzentrationslager Fuhlsbüttel inhaftiert. Lilli Leo wurde am 25.11.1944, Dr. Gustav Leo am 4.12.1944 in das Untersuchungsgefängnis Hamburg-Stadt am Holstenglacis verlegt. Die Anklage lautete auf staatsfeindliche Betätigung in Wort und Schrift und Abhören von Feindsendern in Gemeinschaft mit einem französischen Hausgenossen.

Im Untersuchungsgefängnis wurden Dr. Gustav Leo Medikamente gegen sein Herzleiden verweigert. Nach vier Tagen der Untersuchungshaft musste er ins Krankenhaus Alsterdorf verlegt werden. Am gleichen Tag verstarb er.[Stolpersteine Hamburg, Abruf am 0.1.2017] Die vorstehend genannte Quelle ist eine lesenswerte Biografie. In ihr wird auch sein berufliches Wirken angerissen.


Letztes Upload: 15.05.2017 um 17:05:28