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Ohlsdorfer Friedhof • Nordteich und Stiller Weg:
A.H.G. Hoyer u. Familie (AC12,1-22)

Familien Lehmann u. Martens Das Familiengrab Weber
Der Fußweg verläuft in einiger Entfernung zum Bach. Auf der anderen Seite des Baches erstreckt sich das anonyme Urnenfeld bei Kapelle 8.

Das auf 1900 datierte Grabmal aus rotem Sandstein für die Familie Hoyer galt seinerzeit als Sehenswürdigkeit.

Im Hamburger Adressbuch von 1890 steht dieser Eintrag: A.H.G. Hoyer, „Elbhalle”, St. P., bei der Erholung 5. In Hamburger Adressbuch von 1897 ist neben seiner Witwe für die „Elbhalle” A.E.H. Hoyer vermerkt. Demnach hat die Anfertigung des prächtigen Grabmals einige Jahre Zeit benötigt. Auch die durch Angabe der Initialen des Vornamens befremdend wirkende Grabmalinschrift „A.E.G. Hoyer u. Familie” geht somit wohl nicht auf A.E.G. Hoyer zurück.

Die erwähnte Straße „Bei der Erholung” erhielt diesen Namen nach dem um 1815 erbauten Wirtshaus „Erholung”. Dies Wirtshaus wurde auch „Elbhalle” genannt.[http://www.20359hamburg.de/strassenverzeichnis/index.php, dort unter „Bei der Erholung”, Abruf 30.3.2018]


Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Hoyer
Das Grabmal Hoyer vom Fußweg aus gesehen
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Hoyer Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Hoyer, Einfriedung
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Hoyer, Putte
Als Künstler ist Friedrich Küsthardt angegeben. Dies ist der Künstler, der auch bei der nicht weit entfernten Säule auf dem Grab von Senator Stahmer tätig war. Beim Betrachten des Hoyer-Grabmals keimte bei mir der Verdacht, dass hier auch der Friedhofsdirketors Wilhelm Cordes als Architekt tätig gewesen sein könnte. Die neobarocke Gestaltung, die Putte und der Blumenschmuck sowie die Verwendung von rotem Sandstein sind typisch für Cordes.

Bilder rechts und unterhalb: F. Küsthardt hat sich neben dem dornengekrönten Jesuskopf eingetragen. Er hätte sich einen anderen Platz am Denkmal für seinen Fertigungsvermerk einfallen lassen sollen!

Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Hoyer, Jesuskopf mit Dornenkrone
Bild: Friedhof Ohlsdorf, Grabmal Hoyer, Jeszuskopf mit Dornenkrone
Noch etwas stört mich an dem Denkmal. Es ist der Text auf der dunklen Schrifttafel:
Lieb' u. Freundschaft umschling' der Verwandten Seelen im Leben
und ihr Sterbliches deck' dieser gemeinsame Stein.
Göttliche Liebe, Du bist's, die der Menschheit Blumen vereinigt.
Irdisch getrennt, sind sie doch ewig verbunden durch Dich.
Die ersten beiden Zeilen lauten auf anderen Grabmälern:
Liebe und Frohsinn verband die verwandten Seelen im Leben,
Und ihr Sterbliches deckt dieser gemeinsame Stein.

Dadurch, dass „Verwandte” auf dem Grabmal Hoyer groß geschrieben wird, bekommen die beiden hier gegenübergestellten Zeilen eine andere Bedeutung.

Die beiden letzten Zeilen des Textes auf dem Hoyer-Grabmal sind dem Gedicht „Die Geschlechter” entnommen. Friedrich Schiller hatte es um 1796/1797 veröffentlicht.

Wenn man es wörtlich nimmt, beziehen sich die ersten beiden Zeilen des Textes lediglich auf die Seelen der Verwandtschaft der Familie Hoyer. Die beiden Schiller-Zeilen beziehen sich jedoch umfassender auf „der Menschheit Blumen”.

Hier drehen wir um und gehen zurück zum Denkmal von Gustav Adolf Graf von Götzen an der Norderstraße.

Letztes Upload: 01.04.2018 um 14:21:41