Austria Jubiläums-Express 2012:
3. Reisetag: Ab Villach mit der 93.1332

Bild: Die Tenderlokomotive 93.132 in Villach
Die Tenderlokomotive 93.132 in Villach
Die Planung für den 3. Reisetag sah die Fahrt von Villach nach Graz mit einem Abstecher auf der romantischen Murtalbahn vor. Für die Reiseleitung wurde es ein aufregender Tag!

Auf der erste Etappe von Villach bis St. Veit wurde der Zug von der Tenderlokomotive 93.1332 gezogen. Am Zugende schob die E-Lok 1245.05 nach.


Die ersten drei Fotos auf dieser Seite entstanden vor der Abfahrt in Villach Hbf.

Bild: Villach 93.132
Daten der ÖBB 93.1332
ex BBÖ 378.32
Baujahr und
Hersteller:

1927 Lokomotivfabrik Floridsdorf
Stundenleistung:1840 kW
Leistung:985 PSi
Länge über Puffer:11,96 m
Höchstge-
schwindigkeit:
60 km/h
Treibraddurchmesser:1140 mm
Dienstmasse:66 t
Bauart:1'D1'h2t
Betreuer: Nostalgiebahnen in Kärnten, Museumsheizhaus St. Veit an der Glan Westbahnhof
Wie an der flachen Form des Schornsteins zu erkennen ist, wurde die 93.132 mit einem Giesl-Ejektor ausgerüstet. Diese Maßnahme wirkt sich leistungssteigernd aus.
Bild: Villach 93.132
Bild: Sattendorf 93.132In Sattendorf am Ossiacher See erlebten wir die erste Scheinanfahrt des Tages mit der 93.132 an der Zugspitze.

Die Lokomotive erhielt im Jahre 1938 bei der DRG die Bezeichnung 93.1332. Ihr letzter regulärer Bahnbetrieb war von 1976 bis 1996 auf der Tegernseebahn.

Bild: Scheinanfahrt der 93.132 in Sattendorf
Scheinanfahrt der 93.132 in Sattendorf
Bild: Ganz Balkon: Sattendorf am Ossiacher SeeGeradezu faszinierend war der Blick vom Bahnhof Sattendorf in Richtung Ossiacher See. Die entfernte Seite des Sees wird von dieser Urlaubsmaschine beherrscht. Es dürfte für Gäste schwer sein, ein Zimmer ohne Balkon zu buchen!
Bild: St. Veit an der Glan 93.132
In St. Veit an der Glan verließen uns die 93.1332 und die Schublok 1245.05. Das Foto zeigt die 93.1332 in St. Veit an der Glan nach dem Abkuppeln.
Giesl-Ejektor
  • Als Ejektor (lat. „Auswerfer”) wird üblicherweise eine Strahlpumpe bezeichnet, die einen Unterdruck erzeugt und somit vorwiegend absaugend wirkt.
  • Als Injektor (lat. „Einwerfer”) wird üblicherweise eine Strahlpumpe bezeichnet, die einen Überdruck erzeugt und somit vorwiegend verdichtend wirkt.
Beim Giesl-Ejektor handelt es sich um Saugzuganlage für Dampflokomotiven. Sie basiert auf dem Prinzip der Strahlpumpe. Entwickelt wurde dieser Ejektor von Dr. Adolph Giesl-Gieslingen (*7.9.1903 in Trient, Tirol; †11.2.1992 in Wien).

Am 26.10.1951 fand die erste Probefahrt mit einer solcherart ausgerüsteten Schnellzuglokomotive statt. Sie war erfolgreich, denn mit 500 Tonnen Belastung konnte die Fahrzeit leichter eingehalten werden als vorher mit 400 Tonnen. Bis 1966 wurden 2400 Giesl-Ejektoren hergestellt — und das, obwohl die Dampfloktraktion bereits damals rückläufig war.

Der Giesl-Ejektor ersetzt das bisherige Blasrohr durch mehrere kleine fächerförmig auseinanderstrebende Blasrohre mit typischerweise annähernd quadratischem Querschnitt. Werden die Blasrohre in Reihe angeordnet, bietet sich die flache Schornsteinform an – vergleiche die beiden ersten Fotos auf dieser Seite.

Der Giesl-Ejektor bewirkt gegenüber dem ursprünglichen Blasrohr eine Brennstoffeinsparung von bis zu 8%. Außerdem wird die Leistung gesteigert. So hat die mit Giesl-Ejektor ausgestattet 93.1332 eine Leistung 985 PSI. Die Leistungsangabe für Lokomotiven der gleichen Baureihe ohne Giesl-Ejektor beträgt 700 PSi.

Kurze Biografie von Adolph Giesl-Gieslingen

Letztes Upload: 05.12.2021 um 19:02:32 • Impressum und Datenschutzerklärung