Von Tartu über Koidula nach Riga:
Die Bahnhofsgebäude in Põlva und in Piusa

Auf der vorhergehenden Webseite ist der Entstehung der Eisenbahnhauptstrecken in Estland im 19. Jahrhundert kurz angeschnitten: Die erste Bahnstrecke in Estland wurde am 5.11.1870 eröffnet. Sie verband Tallinn mit St. Petersburg und hatte auch einen Bahnhof in Tapa. Als zweite Bahnstecke kam 1876 die Verbindung Tapa – Tartu hinzu. 1889 ging es dann ab Tartu weiter über Valga nach Pekory (deutsch Petschur, estnisch Petseri) zur Grenze nach Russland. 1931 wurde eine weitere Strecke in Betrieb genommen. Sie verbindet Tartu mit Pekory und vermeidet somit den Umweg über Valga. Nach Pekory führen somit von Estland zwei Eisenbahnstrecken.

Die drei Städte Pekory, Tartu und Valga liegen in jeweils etwa 80 km Entfernung voneinander.

Allerdings gehört Pekory zu Russland. Wenn man über Pekory von der Strecke Valga – Pekory auf die Strecke Tartu – Pekory wechseln möchte, war seit der Unabhängigkeit Estlands ein zweimaliger Grenzübergang erforderlich. Deshalb wurde in Grenznähe auf estländischer Seite eine neue Gleisverbindung zwischen beiden Strecken geschaffen. Außerdem wurde ein Güterbahnhof mit Einrichtungen zur Zoll- und Personenkontrolle in Koidula eingerichtet.

Der Besichtungsplan für den 20.7.2013 sah die Fahrt von Tartu nach Koidula mit dem Vormittagsplanzug vor. Anschließend sollte von Koidula nach Piusa (das ist von Koidula aus eine Station in Richtung Valga) gefahren werden. Mit dem nächsten Planzug in Gegenrichtung sollte die Fahrt wieder zurück nach Koidula gehen. Von Koidula nach Valga ging es dann mit einem Sonderzug und einigen Fotohalten nach Valga.

Von Valga aus sollte die dreistündige Planzugfahrt nach Riga angetreten werden. Ein Oberleitungsbus des dortigen öffentlichen Personennahverkehrs sollte uns in Riga zum Hotel transportieren.

Estland, Bahnhof Põlva. Põlva liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Tartu und Pekory.
Põlva liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Tartu und Pekory. Das Bahnhofsgebäude mit dem an einigen Stellen heruntergefallenen Putz machte am 20.7.2013 einen sanierungsbedürftigen Eindruck. Der Bahnsteig war jedoch im besten Neubauzustand. Der dunkelgraue gebogenen Gegenstand links im Foto ist ein Teil des Mastes einer Bahnhofslaterne.
Hier hält unser Triebwagenzug in Piusa. So in etwa wird wohl auch der Bahnsteig in Põlva ausgesehen haben (Ich weiß es jedoch nicht, denn ich bin in Põlva nicht ausgestiegen).
Estland, ehemaligen Bahnhofsgebäude in Piusa, jetzt Töpferei
Estland, kleines Haus am Haltepunkt Piusa Bei diesem kleinen Häuschen mit dem großen Schornstein oder Abzug wird es sich kaum um das Bahnhofsgebäude handeln. Immerhin ist links im Hintergrund des Fotos mit dem kleinen Häuschen die Treppe zum Bahnsteig erkennbar.

Das mit „Savikoda” beschriftete Haus sieht schon eher nach einem Bahnhofsgebäude aus!

Eine Stöberei im Internet bestätigte meine Vermutung. Auf www.turismiweb.ee fand sich anno 2013 der Satz: The ceramics workshop Savikoda is located on the boarder of Estonia and a part of Estonia called Setumaa since 1997. In the spring of 2003 the pottery moved from Tuderna to the former railway station in Piusa near the beautiful sand caves. The pottery is an open workshop and everyone is welcome there. (Abgerufen am 9.8.2013.)

Wenn man das Wort „boarder” in „border” ändert, kann man den Text so übersetzen: Die Keramikwerkstatt Savikoda befindet sich seit 1977 an der Grenze Estland in dem Setumaa genannten Landesteil. Im Frühling 2003 zog die Töpferei in die frühere Bahnstation Piusa in der Nähe der schönen Sandhöhlen um. Die Töpferei ist eine offene Werkstatt und jedermann ist dort willkommen.

Letztes Upload: 16.10.2022 um 09:11:41 • Impressum und Datenschutzerklärung