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Alsterdampfer Alster

Alsterschiff Osterbek

Alsterschiffe ab 1931

Die Alsterschifffahrt in Hamburg:
Alsterschiffe Isebek und Tarpenbek

Die Isebek

Im Januar 1935 wurde die spätere „Isebek” von der Schiffswerft Johann Oelkers in Wilhelmsburg-Neuhof fertiggestellt. Das neue Schiff erhielt am 26.2.1935 den Namen „Otto Blöcker”. Es war — abgesehen von den auf der Alster verkehrenden Barkassen — das erste Dieselfahrgastschiff auf der Alster. Es hatte hölzernen Aufbauten. Die folgenden Neubauschiffe erhielten stählerne Aufbauten.

Wohl 1945 erhielt das Schiff den neuen Namen „Isebek”.

1960/1961 wurde die „Isebek” auf einer Lübecker Werft wesentlich umgebaut. Das Schiff erhielt einen vollständig neuen Aufbau mit Panoramascheiben und sah anschließend ähnlich aus wie die „Seebek”.


Die Tarpenbek

Die Taufe der „Otto Blöcker” war eine eher stille Angelegenheit. Am 18.4.1935 wurde der Anlegesteg beim Uhlenhorster Fährhaus für die Taufe der „Hans Cyranka” genutzt. Diese Taufe war mit einem großen Festakt verbunden und hatte ein entsprechendes Echo in der Presse gefunden.

Die „Hans Cyranka” war von der Schiffswerft August Pahl in Finkenwerder gebaut worden. Der Kaufpreis betrug 71500 RM. Die „Otto Blöcker” war 500 RM teurer gewesen. Demzufolge erhielt die Werft August Pahl die Bauaufträge für alle weiteren Alsterschiffe bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges.

Wohl 1945 erhielt die „Hans Cyranka” den Namen „Tarpenbek”. 1946 bis 1947 fuhr das Alsterschiff auf der Strecke Jungfernstieg — Winterhude exklusiv für Angehörige der britischen Besatzungsmacht.

Die Tarpenbek war das erste der größeren Alsterschiffe, das mit Anlegemagneten ausgerüstet wurde. Dafür erhielt es auf jeder Längsseite zwei Elektromagneten und für die Fahrgäste zwei seitliche elektrisch angetriebene Omnibusfalttüren: eine mittschiffs, die andere vorne gleich hinter dem Arbeitsplatz des Steuermanns. Der Steuermann konnte die Türen per Knopfdruck öffnen und schließen. Eingestiegen wurde vorne, so dass der Steuermann die Fahrscheinabwicklung übernehmen konnte. Somit konnte die Schiffsmannschaft von zwei Personen (Steuermann plus Festmacher) auf eine reduziert werden. Eingesetzt wurde die „Tarpenbek” auf der Linie nach Mundsburger Brücke und Rabenstraße.[17,Seiten 37,147, 257 und 99,Ausgabe 3/63]

Bild: Alsterschiff ex Tarpenbek in Rendsburg
Bild: Alsterschiff ex Tarpenbek in RendsburgBeide Fotos zeigen die ehemalige „Tarpenbek” in Rendsburg am regnerischen 8.9.2013 an ihrem Liegeplatz in Rendsburg: die Eidermündung in den Nordostseekanal. In den Karten wird die Eider an dieser Stelle als „Die Enge” bezeichnet.

Offenbar wurden bei einem späteren Umbau die Fahrgasttüren auf der Backbordseite entfernt.

Am 3.3.1988 sollte die „Tarpenbek” zur Überholung nach Finkenwerder verholt werden. Allerdings kenterte es aufgrund einer fehlerhaften Ballastbeladung am Jungfernstieg und wurde nicht wieder in Fahrt gesetzt. 1990 wurde es an die Hamburger Gaswerke alias „Hein Gas” verkauft. Es lag dann als „Konferenzschiff” unter dem Namen „Hein Gas” im Hochwasserbasin in Hamburg zwischen Heidenkampsweg und S-Bahn-Trasse.[81, Heft 1/2016, Seite 28, dort falscher Jahreszahl]

2003 fusionierten die Hamburger Gaswerke mit der Schleswag und wurden mehrheitlich vom der E.ON übernommen. Die neue Firma erhielt den Namen „E.ON Hanse AG”. Danach wurde die „Hein Gas” nach Rendsburg verholt.[81, Heft 1/2016, Seite 28]

In Rendsburg wurde das Schiff als überdachter Ponton genutzt.[Information von März 2011 aus dem Forum in www.elbdampfer-hamburg.de]

Das Schiff wurde im März 2014 vom Restaurant „Brauers Aalkate” in Rade am Nordostseekanal erworben und dort an Land bis zur Wasserlinie eingegraben. Der VAD kaufte das eingegrabene Schiff am 13.12.2015. Am 14.12.2015 wurde es mit einem Kran aus der Erdkuhle herausgehoben. Es wurde zur Hitzler-Werft in Lauenburg transportiert. Dort soll geprüft werden, ob es wieder in Fahrt gebracht werden kann.[81,Heft 1/2016, Seite 28] Aus einem Fernsehbeitrag im „Hamburg Journal”, ausgestrahlt am 24.01.2018 um 19:30, lässt sich ableiten, dass am Schiff fleißig gebaut wird.

Im Forum von www.elbdampfer-Hamburg.de zeigen zwei Fotos vom 4.4.2018 die wieder schwimmende „Tarpenbek” an der Werft Th. Buschmann am Reiherstieg. Mitte Februar 2020 lag die „Tarpenbek” im Päckchen neben der Alsterbarkasse „Kollau” am Lotsekai in Hamburg-Harburg (Harburger Binnenhafen).

Otto Blöcker / Isebek
Daten 1935
Hans Cyranka / Tarpenbek
Daten 1935
Länge über alles:20,50 m20,50 m
Länge zwischen den Steven:18,60 m?
Größte Breite über alles:4,70 m4,70 m
Tiefgang leer/beladen:1,09 m / 1,30 m1,08 m / 1,30 m
Antrieb:Mannheimer Motorenwerke,
70 PS Dieselmotor
6 Zylinder mit Wendegetriebe
vorne im Schiff
Jastram,
70 PS Dieselmotor
6 Zylinder mit Wendegetriebe
in Schiffsmitte
Zugelassene Personenanzahl:171180
Isebek
Umbau 1960/1961
Tarpenbek
Umbau 1979
Länge über alles:21,16 m20,50 m
Größte Breite über alles:4,68 m4,70 m
Tiefgang leer/beladen:1,10 m / 1,45 m? m / 1,55 m
Antrieb:MAN,
100 PS Dieselmotor
DAF,
125 PS Dieselmotor
Zugelassene Personenanzahl:148165
Gegenüber dem Auslieferungszustand von 1935 verringerte sich bei den Umbauten die zulässige Personenanzahl durch den Einbau von Tischen.
Die Tabelle beinhaltet nicht alle Umbaustände.[17]
Letztes Upload: 27.06.2020 um 13:43:41. Dieser Abruf erfolgte am 12.08.2020 um 23:35:15 Uhr.