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Zeittafel
(2000 bis 2019)

Inhaltsverzeichnis
Hamburger U-Bahn

Sambawagen —
Straßenbahnen in Hamburg

Zeittafel Teil 5:
Personennahverkehr in Hamburg ab 2020

2020 U Zum Jahresanfang 2020: In seiner Regierungerklärung vom 23. März 2011 kündigte Olaf Scholz als (damals) neuer Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg an, alle (Hamburger) U-Bahn-Haltestellen bis zum Ende jenes Jahrzehnts barrierefrei auszubauen. Das Versprechen wird nicht erfüllt werden können, denn zu Beginn des neuen Jahrzehnts (Jahreswechsel 2020 auf 2021) werden nicht alle Hamburger U-Bahn-Haltestellen barrierefrei ausgestattet sein. Die erforderlichen Umbauten werden bis mindestens ins Jahre 2024 hinein andauern. (Das erste Jahr unserer Zeitrechnung begann mit dem 1.1.0001. Somit begann das nächste Jahrzehnt mit dem 1.1.0011 usf.)

U Am 30.1.2020 (Donnerstag) gegen 11:10 kollidierte ein DT4-U-Bahn-Zug der Linie U1 etwa 500 m vor der Haltestelle Wandsbek-Gartenstadt in Höhe der Straße Voßkulen mit einem auf die Gleise gestürzten Baum. Dadurch wurden sieben Zuginsassen einschließlich des Fahrers verletzt. Vier der Verletzten wurden laut Feuerwehr im Krankenhaus behandelt (in einem Fall mittelschwere Verletzungen, in drei Fällen leichte Verletzungen). Die Verletzungen der Fahrgäste entstanden durch Wucht der eingeleitete Notbremsung.

Bei dem Zug wurde die vordere Fahrerkabinee einschließlich ihrer beiden Türen so verformt, dass der Fahrer die Türen nicht mehr öffnen konnte. Die geborstene Frontscheibe ist nicht aus ihrem verformten Rahmen gefallen.

Nach dem Unfall wurde die Strecke zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Farmsen gesperrt.

In dem glücklicherweise nur zu 25% besetzten Zug befanden sich rund 200 Fahrgäste. Insgesamt wurden 60 Feuerwehrleute eingesetzt. Eine Frau musste wegen Verdacht auf eine Wirbelsäulenverletzung mit einer Schleifkorbtrage und per Drehleiter über die nahegelegenen Bahnbrücke evakuiert werden. Die anderen Fahrgäste verließen die Bahn zu Fuß über den Bahndamm und die Nottreppen seitlich der Bahnbrücke. Die Evakuierung war etwa zwei Stunden nach dem Unfall abgeschlossen. Bei voller Besetzung hätte die Evakuierung wohl länger gedauert.

Wegen des Unfalls war die Linie U1 zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Farmsen für mehr als zehn Stunden bis gegen 21:15 gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen und Taxis war eingerichtet gewesen. Der Zug wurde geborgen. Sicherheitshalber wurden zwei durch den umgestürzten Baum beschädigte Bäume gefällt.

Gegen Mittag war zwischenzeitlich der Verkehr auch auf der U3 zwischen Wandsbek-Gartenstadt und Barmbek eingestellt gewesen.

Verwendete Informationsquellen: Zeitungen „Hamburger Morgenpost” und „Die Welt” (31.1.2020), Fernsehen „Hamburg Journal” (NDR Fernsehen) (30.1.2020)

U4 Am 14.2.2020 wurde bekanntgegeben, dass die Baugenehmigung für die Verlängerung der U-Bahn-Strecke zur Horner Geest erteilt wurde.

SU Ab dem 2.3.2020 sind die ersten Packetboxen als „Hamburg Box” der Parcel Lock GmbH nun auch in einigen S- und U-Bahn-Stationen benutzbar. Allerdings sind sie nicht für Sendungen der DHL bestimmt. Die „Hamburg Box” ist als einjähriges Pilotprojekt vorgesehen. Man möchte Erfahrungen mit solchen Paketboxen an Bahnstationen sammeln.

Wegen des Coronavirus schrieb die die HHA am 13.3.2020 auf ihrer Website: Liebe Fahrgäste,
damit wir alle weiterhin gesund ans Ziel kommen, verzichten wir ab Samstag, 14. März in unseren Bussen auf einen Einstieg vorne. Wir bitten Sie daher, hinten ein- und auszusteigen und sich Ihr Ticket vorab zu kaufen. Dafür stehen Ihnen sowohl unsere Fahrkartenautomaten als auch die HVV-App zur Verfügung.
Korrekter lautete der letzte Satz auf der Website des HVVs: Fahrgäste werden gebeten, ihre Tickets vor Antritt der Fahrt an einem der mehr als 700 Fahrkartenautomaten sowie über die HVV-App oder den HVV-Onlineshop zu kaufen.

In den Bussen wurde der Durchgang vom Fahrgastraum zum Fahrer durch rot-weißes Absperrband gesperrt. Einige der vorderen Fahrgastsitze wurden dadurch unbenutzbar und dienten als Abstandshalter zwischen Fahrpersonal und Fahrgästen. Eine vergleichbare Maßnahme zum Schutz des Fahrpersonals ist in über 100 Jahren HHA-Geschichte vorher nie vorgekommen!

Praktisch gleichzeitig wurden in Hamburg Schulen, Kitas, Theatern und Museen geschlossen. Ab dem 18.3. wurden die meisten Geschäfte des Einzelhandels geschlossen. Von der Schließung ausgenommen sind Läden, die zur Versorgung der Menschen dienen (Supermärkte, Lebensmittelhandel, Apotheken, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte und Banken). Restaurants und Gaststätten dürfen nur noch von 6 bis 18 Uhr geöffnet werden ― aber nur, sofern ein hinreichender Sitzabstand gewährleistet ist. Spielplätze wurden ebenfalls geschlossen. Am 20.3. wurden in Hamburg die Restaurants vollständig geschlossen, „Personenansammlungen” durften maximal 6 Personen umfassen. Zum 23.3. wurde bundeweit die maximale zulässige Größe von „Personenansammlungen” auf 2 reduziert, es sei denn, die Personen leben im gleichen Haushalt. In Hamburg ist seitdem bis auf Weiteres der Aufenthalt für Personen im öffentlichen Raum nur alleine sowie in Begleitung der Personen gestattet, die in derselben Wohnung leben oder in Begleitung einer weiteren Person, die nicht in derselben Wohnung lebt.

Seit dem 16.3.2020 pausierte die winterliche Alsterrundfahrt und der Charterbetrieb. Coronabedingt begannen die sommerlichen Betriebe der Alsterschiffe verspätet: Alsterrundfahrt ab dem 13.5., Alster-Kreuz-Fahrt und Kanalfahrten ab dem 16.5.[81, Ausgabe 2/2020, Seite 38]

HVV Am 21.4.2020 meldeten die Medien, dass in Hamburg ab dem 27.4. im öffentlichen Nahverkehr Mund-Nasen-Schutzmasken zu tragen seien. Das gelte auch für Schleswig Holstein ab dem 29.4.; Niedersachsen sähe von dieser Verpflichtung ab. Am 23.4.2020 folgte im HVV-Newsletter die aktualisierte Variante: Ab dem 27. April (Montag) gilt dann in Hamburg und in Niedersachsen eine Maskenpflicht, in Schleswig-Holstein wird diese zum 29. April (Mittwoch) eingeführt. Bereits jetzt greift in den Erixx- und Metronom-Zügen ein Maskengebot.

U4 Unter Bezugnahme auf die Zeitung „Hamburger Abendblatt” berichtet am 19.5.2020 kiekmo.hamburg über den Stand der geplanten U4-Verlängerung nach Hamburg-Horn. Demnach sollen im Sommer 2020 die Bauarbeiten beginnen und Ende 2026 abgeschlossen werden. Die Kostenangabe beläuft sich auf 511 Mio.€.

Die Länge der Bahnstrecke wird mit 1,9 km plus 700 m für die Ausfädelung angegeben. Die vorhandene Haltestelle Horner Rennbahn wird dabei um ein Gleis erweitert.

Weil der Grundwasserspiegel in Horn hoch liegt, werden die beiden neuen Haltestellen nicht tief unter der Oberfläche liegen:

  • Horner Geest in 14 m Tiefe und
  • Stoltenstraße in 12 m Tiefe.

Der Bau des Tunnels und der Haltestellen wird in offener Bauweise erfolgen. Der verlinkte Artikel geht außerdem auf die Auswirkungen der zu erwartenden Baumaßnahmen und Anwohnerproteste (Bürgerinitiative „Rettet Horn”) ein.

17.6.2020: Laut regionalen Medien (NDR am 18.6., Welt Online am 19.6.) wird in alle 1500 (Fahrgast-)Busse der HHA und des VHHs ein Trennscheibe aus transparentem Kunststoff mit Durchreichöffnung eingebaut werden. Damit soll erreicht werden, dass die Busfahrer*innen virengeschützt Fahrausweise verkaufen können und dass der Fahrgastbereich wieder in voller Ausdehnung von den Fahrgästen genutzt werden kann. Der Erwerb von Fahrausweisen in Bussen war seit dem dem 13.3.2020 nicht mehr möglich. Die Umbaukosten belaufen sich 1000 € pro Bus. Alle 1500 Busse sollen bis Mitte August umgerüstet sein. Außerdem wird erwähnt, dass zu Beginn der Corona-Krise die Zahl der Fahrgäste zurückgegangen sei, aber in jüngster Zeit seien es wieder mehr Fahrgäste geworden. Genannt werden 60% im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit.

HVV Der Regionalrundfunksender NDR 90,3 gab am 15.7.2020 bekannt, dass seit Beginn der Coronakrise 44-tausend Abonnenten gekündigt hätten. Weitere 150-tausend Abonnenten, das seien ¼ aller HVV-Abonnenten, hätten ihr Abonnement pausiert. Diese Möglichkeit der Pausierung bot der HVV angesichts der Coronakrise ab Anfang April 2020 an. Gegenwärtig (15.7.2020) sollen die pausierten Abonnements spätestens zum 1.9.2020 wieder aktiviert werden. Anmerkung: Demnach handelt es sich bei 44-tausend Abonnenten um ca. 7,3% der HVV-Abonnenten.

Letztes Upload: 15.07.2020 um 13:52:18. Dieser Abruf erfolgte am 13.08.2020 um 04:31:38 Uhr.