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Die Ringlinie der Hamburger Hochbahn:
Schlump mit dem gläsernen Pavillon

Bild: U-Bahnhof Schlump
Bild: U-Bahnhof SchlumpBilder oberhalb und links:
Der Zugangspavillon des U-Bahnhofs Schlump steht unter Denkmalschutz.
Beim Schlump: Der Straßenname ergab sich vermutlich aus der Flurbezeichnung „Up den Slump”. Slump ist niederdeutsch und bedeutet Schlamm. Somit ist es die Bezeichnung für ein sumpfiges und schlammiges Gelände.

Der jetzt fünfgleisige Bahnhof Schlump wurde grundlegend umgebaut. Seit dem 29.Mai 1970 wird in einer Ebene unter den drei ursprünglichen Gleisen der Ringlinie eine weiterer zweigleisiger Bahnsteig für die „Hagenbeck-Linie” betrieben. Dafür musste das erst 1953 neu erbaute Empfangsgebäude ersetzt werden: Der Architekt Horst Sandtmann entwarf einen Pavillon aus Glas.

Es wurde eine Abart der sogenannte Vorhangfassade (englisch: curtain wall) verwendet. Vorhangfassade bedeutet: Vor die tragende Konstruktion ist eine nichttragende Fassade oder Wand aus Glas, Granit oder Kunststoff gehängt. Im Falle Schlump sind es die acht weißen tragenden Stahlstützen, hinter denen die Glaswände angeordnet sind.

Die ehemaligen Zugangsgebäude zur U-Bahn-Haltestelle Schlump
Bild: Zugangsgebäude U-Bahn Schlump am 20.7.1911©HHADas erste Zugangs- bzw. Empfangsgebäude wurde zwischen 1909 und 1911 nach Plänen von Emil Schaudt errichtet. Es zeigte ein imposantes hohen Mittelteil mit seitlichen Gebäudeflügeln. Die Dächer waren mit Kupferblech gedeckt. Die Mauern waren mit Backsteinen verblendet. Für den Sockel, die Fenster- und Portaleinrahmungen wurde Basaltlava gewählt.

Foto links: Zugangsgebäude U-Bahn Schlump am 20.7.1911 (HHA)

Bild: Haltestelle U-Bahn Schlump im Juni 1912©HHAFoto links: Haltestelle Schlump im Juli 2011 (HHA). Der auf dem Foto kaum erkennbare Zug hat „MILLERNTOR” als Ziel geschildert. Daraus ergibt sich, dass der Fotograf das Foto vor dem 29.6.1912 belichtet hatte. Am linken Bildrand ist ein Teil des Wasserturms im Sternschanzenpark erkennbar.
In der Nacht vom 24. auf den 25.7.1943 wurde das Zugangsgebäude durch Bombeneinwirkung schwer beschädigt bzw. zerstört. Es erfolgte ein Wiederaufbau in vereinfachter Form. Ein Foto vom 23.6.1952 zeigt es kurz vor seinem Abriss.

Danach wurde ein neues, von Hans Loop entworfenes, Zugangsgebäude errichtet. Es war eine flache Konstruktion aus gelben Klinker mit weit überstehendem Flachdach. Dies Gebäude galt seinerzeit als das modernste Haltestellengebäude im Hamburger U-Bahn-Netz. Stilistisch kann man es als Vorgänger des ebenfalls von Hans Loop entworfenen Zugangsgebäudes der Haltestelle Borgweg einordnen.

Dies am 1.5.1953 eröffnete Zugangsgebäude der Haltestelle Schlump blieb nur 13 Jahre in Betrieb, denn im Herbst 1965 begannen die Bauarbeiten für den Umbau der Haltestelle zum Kreuzungsbauwerk. In einer neuen Ebene quer unter den bestehenden Bahnsteigen wurde für die „Hagenbeck-Linie” eine zusätzliche Bahnsteighalle gebaut. Dazu musste das bestehende Zugangsgebäude abgerissen werden. Für die Dauer dieses Umbaus wurde eine provisorische Bedarfshaltestelle südlich der Haltestelle Schlump in Betrieb genommen.

Mit Beginn des Sommerfahrplans 1968, am 26.5.1968, wurde die umgebaute Haltestelle in Betrieb genommen. Die Bedarfshaltestelle wurde stillgelegt und zurückgebaut. Somit konnte der für sie auf 200 m Länge aufgebrochene U-Bahn-Tunnel wieder geschlossen werden. Die Bedarfshaltestelle war vom 27.3.1966 bis zum 26.5.1968 benutzt worden.[69, Seite 44ff], [39, Seite 52f] und [99, Heft 2/1968]

Letztes Upload: 05.04.2019 um 06:59:42