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Linien-
grafik U3

Gegen den Uhrzeigersinn

Mit dem Uhrzeigersinn

Die Ringlinie der Hamburger Hochbahn:
Saarlandstraße (ehemals Flurstraße)

U-Bahn Saarlandstraße in Melhop: Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1895 bis 1920. Mit Nachträgen bis 1923/24
Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße
U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße am 13.10.2003
Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße
U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße am 26.11.2012. Die Bahnbrücken über die Saarlandstraße wurden im Sommer 2012 erneuert.

Die Station Saarlandstraße, das ehemalige „Tor zum Stadtpark”, ist aus heutiger Sicht eher zu groß geraten. Von seiner früheren Bedeutung zeugen die imposante Eingangshalle mit ehemals 7 Zugängen und die breiten Treppen zu den beiden Bahnsteigen. Die Eingangshalle ersetzt den ursprünglich schmalen Eingang zwischen den Gleisen zur Flurstraße (jetzt Saarlandstraße). Der für diesen Umbau zuständige Architekt war Walther Puritz. In den Kacheln der Eingangshalle ist nahe der Decke sein Name mit der Jahresangabe 1927-1928 vermerkt.

1912 hieß diese Station „Flurstraße”. Am 4.Juli 1924 wurde er in „Stadtpark”, zu Beginn des Sommerfahrplans 1970 in „Saarlandstraße” umbenannt.

Die Flurstraße selbst wurde um 1930 in Stresemannstraße umbenannt (Gustav Stresemann starb am 3.10.1929). Erneut umbenannt wurde sie bereits 1935 in Saarlandstraße. 1935 kehrte das Saarland aus der Verwaltung des Völkerbundes ins Deutschen Reich zurück. Die vorausgegangene Abstimmung hatte eine 90,5%ige Mehrheit für diese Wiedervereinigung ergeben.

In der Bombennacht vom 27. auf den 28.7.1943 wurde die Station schwer beschädigt. Die Schäden wurden bis 1951 beseitigt. Dabei wurden auch die Reste der Treppeneinhausungen abgebrochen. Die neuen Treppeneinhausungen wurden in ähnlicher Form aber mit vereinfachter Dachform, wieder aufgebaut. Sie hatten vorher Mansardwalmdächer. Beim Wiederaufbau haben sie Walmdächer ohne Mansarden bekommen. Die wieder aufgebauten Treppeneinhausungen sind noch vorhanden (Stand 2011).

Unter den Bahnbrücken, welche die heutige Saarlandstraße überquert, fuhr von 1922 bis 1941 die Straßenbahnlinie 7 zur Stadthalle im Stadtpark.

In ihren Anfangsjahren erzeugte die Hochbahn ihren elektrischen Fahrstrom selbst. Dafür baute sie auf dem Gelände der Hauptwerkstatt Hellbrookstraße ein Kraftwerk. Bereits 1907 war für dieses Kraftwerk der „Barmbeker Stichkanal” ausgehoben worden. Der Aushub wurde für den Bahndamm ab der Station Saarlandstraße in Richtung Borgweg verwendet. Die Kohle für das Kraftwerk kam per Bahn vom Güterbahnhof Barmbek oder per Schute durch den Stichkanal.

Nicht ohne Grund wurde die Hauptwerkstatt mit Betriebshof und Kraftwerk ausgerechnet an der Hellbrookstraße gebaut: Das Gelände war unbebaut, noch nicht verplant und billig. Für die Anlieferung der Kohlen für das Kraftwerk auf dem Wasserweg per Schute konnte ein kurzer Stichkanal zum nahegelegenen „Osterbeck Canal” gegraben werden. Es rechnete sich deshalb sogar, gegenüber den ersten Planungen die Ringstrecke etwas länger zu machen und einen Umweg über Barmbeck vorzusehen (die älteren Pläne des Entwurfs der Schwebebahn sahen eine Streckenführung von Winterhude über den Goldbekplatz durch die Mühlenstraße zur Uhlenhorst vor. Barmbeck läge demnach außerhalb des Ringes).

Auf dem Gelände des Betriebshofs wurde ein repräsentatives Verwaltungsgebäude mit Front zur Hellbrookstraße errichtet. Das Gebäude steht noch heute. Bereits 1919 zog die Verwaltung jedoch in die Innenstadt zur Steinstraße um.

Bild: Verwaltungsgebäude HellbrookstraßeBlick auf die Rückseite des ehemaligen Verwaltungsgebäudes der Hamburger Hochbahn AG in der Hellbrookstraße (im Bild links) vom Ufer des Barmbeker Stichkanals aus am 1.November 2004.
Von der Hellbrookstraße aus gesehen zeigt sich das Verwaltungsgebäude äußerst repräsentativ. Es wurde nach Plänen der Architekten Volz und Jung 1912/1913 errichtet. Sie berücksichtigten dabei den damaligen Baustil der Schulbauten von Fritz Schumacher. Anne Frühauf[8] erwähnt die gestalterische Ähnlichkeit der Fassade mit der Rückseite des Johanneums. Besonders hebt sie die das Fruchtkorbmotiv mit den beiden Vögeln über den Fenstern des Erdgeschosses hervor und äußert die Vermutung, dass hiermit auf die Leistungsfähigkeit des neuen Nahverkehrsunternehmens angespielt werden sollte.
Bild: Eingangshalle U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße
Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße, TreppenaufgangDie Station „Saarlandstraße” ist viergleisig, da von hier aus früher Züge eingesetzt wurden. Dafür wurde von 1924 bis 1927, somit unmittelbar nach der Inflationszeit, ein zusätzlicher Betriebshof zwischen den Haltestellen Flurstraße und Borgweg gebaut. Die Notwendigkeit dazu ergab sich durch das gestiegene Verkehrsaufkommen und insbesondere durch die Inbetriebnahme der Walddörferbahn: Der Betriebshof in Barmbek und der 1915 in Rothenburgsort eingerichtete zusätzliche Betriebshof waren ausgelastet.

1964 wurde diese Aufgaben des Betriebshofs Saarlandstraße in den Betriebshof Farmsen verlagert.


Die drei Fotos zeigen den südlichen Treppenaufgang der U-Bahn-Station Saarlandstraße. Der daneben gelegene nördliche Treppenaufgang sieht ähnlich, aber nicht gleich aus.

Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße, Treppenaufgang
Die Station wurde ursprünglich mit nur einem Bahnsteig und nur einem Treppenaufgang gebaut. Der zweite Bahnsteig mit dem zweiten und südlichen Treppenaufgang kam mit dem Bau des neuen Betriebshofs 1924/27 hinzu. Vermutlich dabei wurde der ursprüngliche Uhrturm neben dem Eingang entfernt.

Der neue Bahnsteig und der zusätzlicher Betriebshof zwischen den Haltestellen Flurstraße und Borgweg ermöglichte es, in der Nachbarstation Barmbeck die Gleise von 6 auf 4 zu reduzieren. Das geschah in den Jahren 1928/29.

Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße, Ornament Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße, Ornament
Das Stationsgebäude besitzt einen zugemauerten Eingang unter der Gleisbrücke in Fahrtrichtung von Barmbek nach Saarlandstraße. Bei dem zugemauerte Eingang fallen besonders die Ornamente auf, die dem jetzigen Eingang total fehlen.
Bild: U-Bahn-Haltestelle Saarlandstraße, Bauschmuck am BrückenwiderlagerÄhnliche Ornamente bzw. Reliefs befinden sich am Widerlager der nördlichen Gleisbrücke über die Saarlandstraße der Station gegenüber. Man muss ein wenig ins Gebüsch hineingehen, um sie zu sehen!

Diese Reliefs sind auch im Original kaum noch erkennbar. Ich habe deshalb die Fotos etwas überarbeitet. Genützt hat es wenig!

Die Reliefs haben die Tierwelt oder die Jagd zum Thema.

Bild: Haltestelle Flurstraße 1912
So sah die Haltestelle Flurstraße 1912 aus. In der Bildlegende wird als Architekt angegeben: Jacobssen in Hamburg.[Deutsche Bauzeitung, XLVI. Jahrgang 1912 Nr. 71 vom 4.9.1912]
Letztes Upload: 08.11.2019 um 04:53:55