Die Linie U1 der Hamburger Hochbahn:
Alsterdorf

U-Bahn Alsterdorf in Melhop: Historische Topographie der Freien und Hansestadt Hamburg von 1895 bis 1920. Mit Nachträgen bis 1923/24
Erst 1803 kam Alsterdorf zu Hamburg. Vorher gehörte Alsterdorf zu Trittau. Hamburg gab bei diesem Tausch das holsteinische Bilsen, die hamburgische Hälfte von Hoisbüttel sowie die Dörfer Poppenbüttel und Spitzerdorf ab. Die „Bilser Straße” in Alsterdorf erinnert an diesen Umtausch.
Die U-Bahn-Haltestelle Alsterdorf am 31.7.2004
Die U-Bahn Haltestelle Alsterdorf erhielt 1997 bis 1998 ein neues Treppenhaus und eine Treppenüberdachung mit viel Glas. Leider wird diese eindrucksvolle Treppenhausarchitektur mitsamt der Fahrtreppe im Zuge des Einbaus eines Fahrstuhls für den barrierefreien Zugang ab Anfang April 2022 beseitigt werden.[81, Heft 1/2022, Seiten 32 und 34]

Unmittelbar neben der Haltestelle befindet sich das Polizeipräsidium und ein Sportplatz. Irgendwie prägen die kleinen Ladengeschäfte neben dem Zugang der Haltestelle das Bild der Haltestelle mit!

Die U-Bahn-Haltestelle Alsterdorf am 1.4.2017
Der Zugang zur U-Bahn-Haltestelle Alsterdorf am 20.7.2019 um 5:56 Uhr morgens
Der ampelgesicherte Fußgängerüberweg kreuzt die Hindenburgstraße mit einer Verkehrsinsel in der Mitte. Fußgänger, die zur Haltestelle eilen, bewältigen die erste Etappe vom Straßenrand bis zur Verkehrsinsel bei grün. Allerdings können sie die zweite Etappe von der Verkehrsinsel zum anderen Straßenrand nicht sofort angehen: Sie müssen vorher eine merkbare Zeit warten, bis die zweite Ampel endlich von rot auf grün umschaltet.
An der Haltestelle Alsterdorf und der Brücke über die Ohlsdorfer Straße/ wurde von 1912 bis 1914 gebaut. Die Ohlsdorfer Straße/ wurde später in Hindenburgstraße umbenannt.
Treppenhaus der U-Bahn Haltestelle Alsterdorf Skizze Portal U-Bahn-Haltestelle Alsterdorf
Der ursprüngliche Zugang befand sich zwischen den beiden Hochbahnbrücken über die jetzige Hindenburgstraße. Noch im Herbst 2005 waren von der gegenüberliegenden Straßenseite aus an der Mauer unter den Brücken die Überreste des Torportals zu sehen.

Die Mauer sprang an dieser Stelle zurück, so dass eine Nische gebildet wurde. Die Skizze deutet das Muster der Steine des Torbogens an.

Im April 2007 fiel mir auf, dass die Nische verschwunden ist. An der Farbe der Backsteine ist klar zu erkennen, dass eine neue Mauer aufgemauert wurde. Oberhalb der Mauer sind die Überreste des Torportals weiterhin zu sehen.


Zum Foto vom Treppenhaus: Die Fahrtreppe ist mit einer Fahrtrichtungsumschaltung ausgestattet.

Die Handläufe sind noch nicht „barrierefrei”, denn es fehlt der parallele niedrigere Handlauf für Kleinwüchsige und Kinder (Stand 20.7.2019).

Mit viel Glas und lebhaftem Rot ist das Treppenhaus der Haltestelle gestaltet
Haltestelle Alsterdorf: Witterungsschutz zwischen Treppenhaus und Bahnsteig
Auf Bahnsteighöhe schließt das Treppenhaus mit einem beschränkt wirksamen Witterungsschutz für wartende Fahrgäste ab. Architektonisch ist es jedoch ein Hingucker!
Der Bahnsteig der Haltestelle bietet kaum Besonderheiten. Das gedruckte Grün der Salatblätter auf dem Werbeplakat konkurriert mit dem echten Grasgrün neben der Schallschutzwand zur Güterumgehungsbahn.

Die Brücke über die Carl-Cohn-Straße
Brücke Carl-Cohn-Straße Brücke Carl-Cohn-Straße
Beide Fotos zeigen einen Brückenpfeiler der Hochbahnbrücke über die Carl-Cohn-Straße zwischen den Haltestellen Alsterdorf und Lattenkamp. Der aus Winkelstahlprofil und Stahlblech zusammengenietete Pfeiler ist typisch für die Stahlbrückenbauten aus den Anfangszeiten der Hamburger Hochbahn. Auf einer Konstruktionszeichnung steht das Jahr 1909 vermerkt.

Ich habe nie verstanden, wieso die Stützen nach unten hin schmaler werden. Die Stützen sollen offensichtlich keinerlei Querkräfte aufnehmen. Es sind sogenannte „Pendelstützen”. Ergo müssten sie über ihre gesamte Länge den gleichen Querschnitt haben. Diese Abweichung zwischen Form und Funktion bewirkt, dass ich diese Stützen als ausgesprochen häßlich empfinde.

Interessant ist, dass die Brücke der Güterumgehungsbahn ― sie ist im Hintergrund des vorletzten Fotos sichtbar ― ohne Stützen auskommt.

Baustellenfoto vom 24.7.2022 um 1505: Die neue U-Bahnbrücke über die Carl-Cohn-Straße wurde in der vergangenen Nacht eingehoben
Man hatte ermittelt, dass es wirtschaftlich sei, die alte U-Bahnbrücke über die Carl-Cohn-Straße durch eine neue zu ersetzen. Dazu nutzte man eine auch wegen anderer Infrastrukturmaßnahmen erforderliche mehrwöchige Streckensperrung der Linie U1. Im Juni 2022 wurde die alte Brücke entfernt, am 24.7.2022 wurde die neue Brücke eingehoben. Die neue Brücke überquert die Carl-Cohn-Straße ohne zusätzliche Stützen.

Das Poster an der Brücke lässt vermuten, dass sie von der Roßlauer Schiffswerft Gmbh & Co. KG gebaut wurde.

Letztes Upload: 26.09.2022 um 07:44:36 • Impressum und Datenschutzerklärung