Die U-Bahn Linie U2 der Hamburger Hochbahn:
Mümmelmannsberg

Die 2,8 km2 umfassende Großwohnsiedlung Mümmelmannsberg wurde zwischen 1970 und 1979 in drei Bauabschnitten errichtet. 2014 wurden knapp 18000 Einwohner verzeichnet.

Der „Erste Spatenstich” für die etwa 3 km lange Linienverlängerung ab Merkenstraße bis Mümmelmannsberg über Steinfurther Allee erfolgte am 20.6.1984.[28, Seite 115] Nach 6-jähriger Bauzeit wurde diese Linienverlängerung mit ihren beiden Haltestellen am 29.9.1990 (ein Samstag) volksfestartig eingeweiht. Das war genau ein Tag vor Beginn des Winterfahrplans.[99, Fotoreportage in Ausgabe 4/1990] Laut Fahrplan beträgt die Fahrzeit von Mümmelmannsberg bis zum Hamburger Hauptbahnhof 20 Minuten.

Beide Haltestellen sind als „Mehrzweckanlagen” eingerichtet. Im Kriegsfall sollten darin Menschen 14 Tage lang strahlenschutzsicher überleben können. Die Mehrzweckanlage Mümmelmannsberg war für 3500 Schutzsuchende ausgelegt, die Anlage Steinfurter Allee bot Schutz für 2500 Menschen.[28, Seite 116]

Zwischen beiden Haltestellen wird die Autobahn A1 unterquert. Dafür wurde im Schildvortrieb eine gemeinsame 400 m lange Röhre für die beiden Richtungsgleise gebaut.

Das Streckenende hinter der Haltestelle Mümmelmannsberg liegt unter einem Kreisverkehr. Es ist für eine Streckenverlängerung nach Bergedorf vorgesehen. Gegenwärtig (2020) ist eine solche Streckenbverlängerung jedoch nicht (mehr?) vorgesehen.


Haltestellendurchgang am 21.7.2020
Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg, Haltestellenzugang Große Holl: Die Zugangstreppen sind von der Straße aus ohne Türen zugänglich. Sie werden jedoch durch Dach und Glaswände vor der Witterung geschützt. Neben der festen Treppe ist eine Fahrtreppe vorhanden.
U-Bahn Mümmelmannsberg, Haltestellenzugang Große Holl: Die Zugangstreppen sind von der Straße aus ohne Türen zugänglich. Sie werden jedoch durch Dach und Glaswände vor der Witterung geschützt. Neben der festen Treppe ist eine Fahrtreppe vorhanden.
Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg, Hase außen am HaltestellenzugangPassend zum Haltestellennamen schaut außen am Haltestellenzugang ein Hase aus seinem Bau.

Der Straßenname „Mümmelmannsberg” wurde vor 1938 vergeben. Er geht auf die kurze Tiergeschichte „Mümmelmann” des u.a. als „Heidedichter” bezeichneten im Ersten Weltkrieg gefallenen Kriegsfreiwilligen Hermann Löns (*29.8.1866 Culm, Westpreußen; †26.9.1914 bei Loivre nahe Reims, Frankreich) zurück. Die Hasenskulpturen sehen niedlich aus. Die zugrunde liegende Tiergeschichte ist jedoch überhaupt nicht niedlich!

Die Hasenskulpturen wurden von Karin Palluch modelliert. Zu ihrer Ausbildung gehört u.a. ein Privatstudium der Bildhauerei bei Karl August Ohrt (*20.2.1902 Schönwalde am Bungsberg; †5.10.1993 Hamburg). Karl August Ohrt war der Vater von Timm Ohrt. Die Architektengemeinschaft Ohrt-von Seggern Partner hatten die Haltestelle entworfen.[39, Seite 61]

Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg: Der Bahnsteig nach einer Zugankunft. Der Aufzug fährt aufwärts zur Straße.
U-Bahn Mümmelmannsberg: Der Bahnsteig nach einer Zugankunft. Der Aufzug fährt aufwärts zur Straße.
Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg, Hasenskulpturen an der Hintergleiswand Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg, Hasenskulpturen an der Hintergleiswand
Teamwork an der Hintergleiswand: Ein Hase zieht, der andere Hase schiebt am anderen Ende. »Lilafarbene Fliesen und scheinbar kontrastierende Spiegelflächen kennzeichnen das Postmoderne.«[39, Seite 61]
Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg, Blick zum südlichen Bahnsteigende
Blick zum südlichen Bahnsteigende
Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg, Blick in die Spiegelwelt der Bahnsteighalle
U-Bahn Mümmelmannsberg, Blick in die Spiegelwelt der Bahnsteighalle
Bild: U-Bahn Mümmelmannsberg: Beide Vorhallen liegen auf der Ebene zwischen Straße und Bahnsteighalle und auch sie sind verspiegelt
U-Bahn Mümmelmannsberg: Beide Vorhallen liegen auf der Ebene zwischen Straße und Bahnsteighalle und auch sie sind verspiegelt
Letztes Upload: 07.04.2021 um 08:56:24. Dieser Abruf erfolgte am 19.04.2021 um 21:45:22 Uhr. • Impressum und Datenschutzerklärung