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Postkarten-
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Am Markt in Barmbek
(vor dem 1.Weltkrieg)

Straßenverkehr im Großen Burstah
(etwa 1897 bis etwa 1900)

Sambawagen —
Straßenbahnen in Hamburg

Historische Postkarten mit Hamburger Straßenbahnen:
Der Sand in Harburg (vor dem 1. Weltkrieg) und Linie 23

Bild: Harburg, Sand, 1902 oder 1903
Harburg, Sand, 1902 oder 1903
Diese Postkarte des Verlages M. Glückstadt & Münden aus Hamburg zeigt den „Sand” in Harburg. Auch andere Verlage verkauften diese Postkarte — z.B. A.W. u. F.T. aus Harburg. Die Karte wird häufig bei Ebay angeboten.

St. Pauli – Berl. Bahnhof – Veddel hat der V1-Motorwagen 931 der Linie 23 am Dach geschildert. Unten am Schild an der Plattform steht „Schlump – Veddel”. Die Linie 23 fuhr nur vom 24.5.1902 bis zum 17.11.1903 nach Harburg. Somit ist eindeutig, in welchem Zeitraum das Motiv dieser Postkarte fotografiert wurde.

Der V1-Motorwagen 931 war einer der 20 im Jahre 1901 für die Straßen-Eisenbahn-Gesellschaft gebauten vierachsigen Straßenbahnmotorwagen.

Der Motorwagen 689 links im Bild hat „Hauptbahnhof” geschildert. Damit dürfte der Harburger Hauptbahnhof gemeint gewesen sein. Im genannten Zeitraum fuhr eine Straßenbahnlinie die Strecke Bhf Harburg – Sand – Stader Straße (Moorburger Straße). Diese Linie hatte — genau wie dieser Motorwagen — zunächst keine Liniennummer. Erst nach einer baustellenbedingten mehrmonatigen Betriebsunterbrechung erhielt sie am 21.10.1905 ihre Liniennummer 32.

Bild: 1903: Fototermin im Betriebshof Wilstorf
1903: Fototermin im Betriebshof Wilstorf
Personal, die Halle mit vier Stellgleisen, vier Straßenbahnmotorwagen und ein Turmwagen für Pferdebespannung sind auf diesem Gruppenfoto zu sehen. „Bahnhof Harburg” steht auf der großen Tafel am Rand der Drehscheibe. 1902, im Jahr vorher, ging der Betriebshof in Betrieb. Ein ähnliches Foto ist auf der Seite Phototermin im Depot Wandsbek anno 1902) ausführlich dokumentiert.
Bild: Drehbrücke über den östlichen Bahnhofskanal in Harburg. Das Foto soll aus der Sammlung von Pascal Horst Lehne stammen.
Drehbrücke über den östlichen Bahnhofskanal in Harburg. Das Foto soll aus der Sammlung von Pascal Horst Lehne stammen.[87, Seite 11]
Zwischen der Süderelbbrücke und dem Harburger Stadtzentrum musste die Straßenbahn zwei Drehbrücken überqueren. Die hier gezeigte Drehbrücke wurde etwa 1934 durch eine Klappbrücke(„Klappbrücke Nartenstraße”) ersetzt[Abb.25/Abb.26]. Die Brücke über den westlichen Bahnhofskanal stand ab dem 18.4.1902 für den Verkehr zur Verfügung. Erst zu diesem Zeitpunkt erfolgte die Gleisverlegung über den östlichen Bahnhofskanal.[162, Seite 22]
Bild: 1902/1903: Straßenbahnzug der Linie 23 am Schlump. Die gleichnamige U-Bahn-Haltestelle gab es damals noch nicht!
1902/1903: Straßenbahnzug der Linie 23 am Schlump. Die gleichnamige U-Bahn-Haltestelle gab es damals noch nicht!
Bereits am 8.3.1902 wurde in Harburg eine Strecke ohne Liniennummer zwischen der Nartenstraße und Wilstorf in Betrieb genommen. Diese Strecke wurde am 24.5.1902 der Linie 23 zugeschlagen. Die Linie 23 ist somit die erste Straßenbahnlinie, die über die Süderelbbrücke führte. Die durchgehenden Züge trugen — auf der Postkarte kaum zu erkennen — die Zusatztafel „H”. Die Fahrdauer für die gesamte Strecke betrug über 2 Stunden. Der Südzweig der Linie 23 ab Veddel wurde ab dem 18.11.1903 von der Linie 33 übernommen.
Bild: 1920: Straßenbahnzug der Linie 23 beim Umkuppeln am Mittelweg
1920: Straßenbahnzug der Linie 23 beim Umkuppeln am Mittelweg
Der zugrundeliegenden Fotoabzug hat das Format 80*52 mm. Auf der Rückseite ist gestempelt: Photo E. Delius, Berlin NO 55, Trachtenbrookstraße 23. In den Berliner Adressbüchern für die Jahre 1920 und 1921 konnte ich jedoch keinerlei passenden Eintrag finden.
Bild: Straßenbahntriebwagen der Linie 23 in der Freihafenstraße ©Egon Ihde
Straßenbahntriebwagen der Linie 23 in der Freihafenstraße
Das gleiche Foto ist auf der Titelseite des Hefte 26 der „Verkehrshistorischen Reihe” abgebildet. Es wird mit Triebwagen 2316 der Type Z1 auf der kurzen Linie 23 Anfang der 1950-er Jahre beschrieben. Als Fotograf wird Egon Ihde genannt.[77, Seite 2]

Der Triebwagen 2316 wurde am 10.2.1895 in Betrieb genommen. 1925 wurde er von 1486 in 2486 umnummeriert. 1947 erhielt er die Nummer des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Wagens 2316. Als Abgangsdatum ist hat die HHA den 17.2.1954 vermerkt.[172]

An den Plattformen des Triebwagens wird von den Seifen- und Glycerin-Fabriken Luhns GmbH (Wuppertal-Barmen) für das Waschmittel „Lunika” geworben, denn Lunika wäscht wunderbar. Die Luhns GmbH hätte 1956 für die Plattformwerbung täglich pro Fläche DM 0,40 an die Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH zahlen müssen. Jedes Werbeplakat war 84*51 cm groß (Format DIN A 1). Auf den Rumpfflächen wird für Nivea-Creme geworben. (Die mir vorliegende Preisliste Nr. 4 Stand Oktober 1956 der Hamburger Verkehrsmittel-Werbung GmbH enthält keine Aushangpreise für Rumpfflächenwerbung an zweiachsigen Straßenbahnwagen.)

Die verwirrenden Wagennummern des Triebwagens 2307
Über den Triebwagen 2307 schrieben H. Landahl und K. Britsche:[40]
Der Wagen 2307 wurde um 1952 öfter auf der Nachkriegslinie 23 als Solotriebwagen eingesetzt, er kehrte im Billhorner Röhrendamm über einen Gleiswechsel für die Rückfahrt zur „Wasserkunst” in Rothenburgsort. Er wurde nach 1947 noch zweimal umnummeriert. 1947 hieß er 2316, ab 1950 nannte er sich 2079, dabei erhielt er ein Fahrgestell mit schwachen Motoren und ab 1952 lief er mit einem anderen Fahrgestell mit starken Motren[sic] endgültig unter der Nummer 2307. Er war einer der letzten Wagen mit außen liegender Bremsspindel. Ausgemustert wurde dieses Fahrzeug im Jahre 1954.
Der auf dieser Seite gezeigte Wagen 2316 hat keine außenliegende Bremsspindel — es handelt sich nicht um den Wagen, der endgültig die Wagennummer 2307 trug!
Bild: Fahrplan der Linie 32 im Winterfahrplan 1954/1955
Fahrplan der Linie 32 im Winterfahrplan 1954/1955

Die Linie 23 wurde nach dem Zweiten Weltkrieg erneut eingerichtet. Sie hatte nur drei Haltestellen:

  • Billhorner Brückenstraße mit Umsteigemöglichkeiten zu/von den Linien 13,14 und 23, Fahrtrichtungswechsel durch Gleiswechsel
  • Billhorner Deich
  • Freihafenstraße, Fahrtrichtungswechsel durch Wendeschleife.

Die gesamte Fahrt dauerte 4 Minuten. Somit reichte ein einziger Triebwagen für den Verkehrsabwicklung. Betrieben wurde die Linie vom 28.4.1947 bis zu ihrer Einstellung per 17.5.1955.

Letztes Upload: 12.04.2020 um 11:18:11. Dieser Abruf erfolgte am 26.05.2020 um 15:51:28 Uhr.