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Straßenbahnen in Hamburg

Spuren der Straßenbahn
Teil 2 (2002/2003)

Sambawagen –
Straßenbahnen in Hamburg

Spuren der Straßenbahnen in Hamburg:
Teil 1 (2002)

Haltestellenmaste im Kleingartenverein

Bild: Kleingartenverein KGV 413, ehemaliges HaltestellenschildDer Kleingartenverein KGV 413 hat sein Gelände zwischen der S-Bahn Haltestelle Rübenkamp und der City Nord. Er hat sich unter anderen um den sinnvollen Erhalt alter Haltestellenschilder verdient gemacht! Allerdings wurde sein Gelände 2015/2016 geräumt, weil dort eine Wohnsiedlung gebaut wirden (Stand 2019).

Bild: HaltestellenschildIn der Fahrschule hatte ich gelernt, dass Haltestellenschilder in der Form wie im Foto links nur bis Ende 1993 verwendet werden sollten. In Hamburg wurden sie für Bushaltestellen verwendet.

Bild: Straßenbahnhaltestellenschild im Nahverkehrsmuseum Wohldorf (18.3.2012)Die Beschilderung der Straßenbahnhaltestellen sah etwas anders aus. Die Umstellung der Haltestellenbeschilderung nach dem Zweiten Weltkrieg wurde zeitnah in einem Artikel im „Hamburger Abendblatt” vom 17.08.1951 beschrieben.

Am Mast waren in kleinen quadratischen Zusatzschildern die Liniennummern genannt. Weiter unten am Mast hing in Augenhöhe der Kasten mit den Fahrplänen. Ganz oben am Mast befand sich jedoch eine runde Scheibe. Ihre Hintergrundfarbe war gelb. Sie hatte einen grünen Rand. In der Mitte der Scheibe war ein grünes H oder - vielleicht später - ein grünes HH. H kennzeichnete eine Haltestelle. HH besagte, dass an dieser Doppelhaltestelle zwei Züge hintereinander halten konnten.



Fahrleitungsmaste in der Königstraße

Bild: Königstr.: Fahrleitungsmast der HAC Bild: Königstr.: Fahrleitungsmast der HACIn der Königstraße in Altona auf der Höhe von etwa Hausnummer 30 stehen gegenüber der Lessers Passage zwischen den Straßenbäumen noch fünf Graugussmaste der HAC (Hamburg-Altonaer Centralbahn). Hergestellt wurden sie, wie am Fuß der Masten zu lesen ist, von der Tangerhütte.

In Hamburg sind es die letzten ihrer Art.

In Heft 4/2004 der „Hamburger Nahverkehrsnachrichten” steht eine Notiz von Scott Feder zu diesen Masten. Demnach wurden die Graugussmaste 1896 hergestellt. 2004 wurde einer dieser Maste renoviert - das kostete dem Bezirksamt Altona stolze 4100 €. Nun stellt sich die Frage, ob es ironisch gemeint war, dass in der Notiz das Bezirksamt als Sponsor hervorgehoben wird. Tatsächlich wurde das Geld doch wohl von der Gemeinschaft der Steuerzahler aufgebracht!


Fahrleitungsmaste in der Alsterdorfer Straße

Bild: Alsterdorfer Straße: Fahrleitungsmast der StraßenbahnDiese Maste im Nordabschnitt der Alsterdorfer Straße trugen bis 1965 die Fahrleitung der Straßenbahn. Jetzt tragen sie nur noch zur Straßenbeleuchtung bei. Typisch ist der sechseckige Rohrquerschnitt.

Es gibt solche Maste nicht nur im Nordabschnitt der Alsterdorfer Straße zwischen der Sengelmannstraße und der Fuhlsbüttler Straße. Dieser Abschnitt wurde ab den Bombennächten 1943 bis zur Stilllegung der Linien 6 und 9 nur noch von ein- und aussetzenden Zügen zum Betriebshof Ohlsdorf befahren.

Sogar das Auge, in denen früher die Fahrleitungskette eingehängt war, ist an den Masten noch vorhanden.

Hinweis: Im Frühjahr 2018 begann die Modernisierung der Straßenbeleuchtung mit Peitschenleuchten.


Carsten-Rehder-Straße

Bild: Ehemalige Straßenbahngleise in der Carsten-Rehder-Straße in Hamburg St.Pauli
Kopfsteinpflaster hält ewig! Man sieht noch im September 2002: Durch die Carsten-Rehder-Straße in Hamburg St. Pauli fuhr einst die Straßenbahn! Gegen 1900 hieß diese Straße noch „Hafenstraße”, denn damals lag sie außerhalb Hamburgs auf Altonaer Gebiet. Die Hamburger „Hafenstraße” war ein Stück weiter elbaufwärts.

Zur Carsten-Rehder-Straße:
Die hoteleigene Straßenbahnlinie zum Hotelschiff „St. Louis”
Von 1946 bis Ende 1948 lag an den Altonaer Landungsbrücken das ehemalige Fahrgastschiff „St. Louis” und wurde als Hotelschiff genutzt. Die Hotelleitung hatte von der HHA einen Straßenbahntriebwagen mit Fahrer gemietet und führte abends stündliche Fahrten zwischen dem Hauptbahnhof und den Altonaer Landungsbrücken durch. Die Haltestellen waren:
  • Hauptbahnhof (Lange Mühren),
  • Rathausmarkt,
  • Rödingsmarkt,
  • Landungsbrücken,
  • Altona (Hafenstraße, jetzt Carsten-Rehder-Straße).

Der Straßenbahnwagen hatte „Hotelschiff St. Louis” geschildert.

Die stündlichen Abfahrten erfolgten von 17:30 bis 23.30 ab Altona (Hafenstraße) und von 18:00 bis 0:00 Uhr ab Hauptbahnhof (Lange Mühren). Außerdem war die Aussetzfahrt des Triebwagens zum Betriebshof Schützenhof im Fahrplan enthalten. Als Fahrpreis kassierte der vom Hotel gestellte Schaffner 0,50 Reichsmark für eine einfache Fahrt und quittierte mit einem vom Hotel herausgegebenen Fahrschein.

Diese Fahrten wurden im Herbst 1948 eingestellt.

Es handelt sich wohl um die letzte fahrplanmäßige Nutzung der Gleise in der jetzigen Carsten-Rehder-Straße.


Der Beitrag basiert auf einem Leserbrief von Ch. Muche.[99, Ausgabe 2/1955 (Mai 1955)]

Die „St. Louis” ist durch ihre tragisch endende Irrfahrt vom 13.5.1939 ab Hamburg bis zum 17.6.1939 an Antwerpen bekannt geworden. Ihre Fahrgäste waren 937 jüdischen Emigranten aus allen Teilen Deutschlands und Osteuropas.

Sie wollten das damals nationalsozialistische Deutschland auch unter Zurücklassung ihres Eigentums verlassen. Sie waren mit touristische Einreisebewilligungen ausgestattet, d.h. sie hatten keine reguläre Visa. Der Fahrpreis für die als „Vergnügungsreise nach Havanna” deklarierte Fahrt betrug 800 Reichsmark in der ersten und 600 Reichsmark in der zweiten Klasse. Für den Fall, dass eine Landung in Kuba nicht möglich sein sollte, musste jeder Fahrgast 230 Reichsmark für die dann erforderliche Rückreise hinterlegen. Jeder Fahrgast durfte 10 Reichsmark und sonstige Güter im Wert von maximal 1000 Reichsmark mitnehmen.

Links zum Thema:


Fehlanzeige: Kehrschleife am Flughafen Fuhlsbüttel

Alle neuen Triebwagen der Hamburger Straßenbahn ab der Bauserie V5T (1943) waren sogenannte „Einrichter”. Das bedeutet: Viele Kehrschleifen - je eine Kehrschleife an den beiden Endstationen der Straßenbahnlinie, und weitere Kehrschleifen im Verlauf der Linie (damit es keine Stau gibt, wenn ein Teil der Strecke wegen einer Betriebsstörung nicht befahrbar ist). Die Plätze, an denen sich die Kehrschleifen befanden, sind nur noch für denjenigen erkennbar, der von früher oder von alten Stadtplänen her weiß, wo sich die Plätze genau befanden. Ich habe leider bisher noch keinen Platz gefunden, bei dem soviel von der Straßenbahn übrig ist, dass sich das Fotografieren gelohnt hätte.

Am Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel ließ sich 2002 der Platz recht leicht finden. Man musste nur zum Ursprung der Schlange der wartenden Taxen gehen. Man stieß auf einen Straßenring um einen mit Bäumen zugewachsenen kleinen Teich am Raakmoorgraben. Dieser Straßenring war früher die Kehrschleife der Straßenbahnlinie 9.

Nachtrag Mai 2005: Der Straßenring ist nicht mehr vollständig vorhanden.

Fortsetzung: Spuren der Straßenbahn in Hamburg, Teil 2 (2002/2003)
Letztes Upload: 11.08.2019 um 06:22:15