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Die zügellose Post
in Bremen (1925)

Der Mildestift in
der Dennerstraße (1925/1926)

Auswahl-
seite Kuöhl

Richard Kuöhl in Hamburg:
Die Finanzdeputation am Gänsemarkt

Bild: Finanzdeputation Gänsemarkt Bild: Finanzdeputation Gänsemarkt, Laterne neben dem Haupteingang Gänsemarkt
Das von 1918 bis 1925/1926, mit einer Bauunterbrechung während der Inflationszeit, errichtete Gebäude der Finanzdeputation erhebt sich wie eine Raubritterburg am Gänsemarkt in der Hamburger Innenstadt. Dieser Eindruck wird durch den „Wehrturm” noch verstärkt.

Auf dem Bild sind die Staffelgeschosse zu erkennen: schon damals wusste man, wie man möglichst viel umbauten Raum auf einem begrenzten Grundstück unterbringen kann.

Scheinbar unmotiviert springt diese große Laterne beim „Wehrturm” aus der Wand hervor. Sie ist nicht zu übersehen - das verdankt sie der geriffelten Keramik, den mit blassblauer Lasur hervorgehobenen unteren Kanten und dem Einsatz von Goldverzierungen.

Wenn ich nicht genau wüsste, dass das Finanzamt nie genug Geld bekommen kann und deshalb am Geld förmlich klebt, würde ich vermuten: Man sieht, wo das Geld der Bürger hin verschwunden ist. Anders formuliert: Dies Gebäude hat den aufwendigsten Klinkerkeramikschmuck, den ich bisher entdeckt habe. Fritz Schumacher und Richard Kuöhl haben auch hier zusammengearbeitet.

Bild: Klinkerkeramik über dem Eingang Gänsemarkt

Klinkerkeramik über den Eingängen Gänsemarkt und Valentinskamp

Über den Eingängen Valentinskamp und Gänsemarkt fahren zwei Koggen auf eine Stadt zu. Das Hamburger Wappen stellt klar, welche Stadt es ist. Sinnbildlich - aber zweifelsfrei - wird hier dargestellt, wohin die Bürger ihr Geld zu bringen haben.

Der keramische Fassadenschmuck von Richard Kuöhl wurde von den Firmen Richard Blumenfeld AG in Velten und Charlottenburg sowie von Haenlein Baukeramik GmbH in Hamburg-1 ausgeführt. Laut einer anderen Quelle wurde er bei der Kunsttöpferei Wessely in Hamburg-Eppendorf gefertigt.

Es lohnt sich, nicht so schüchtern zu sein, und den Eingang Valentinskamp zu betreten. Man geht einige Treppenstufen hoch, gelangt durch eine Tür in einen Flur und kann direkt gegenüber in den Warteraum bzw. die „Ehrenhalle” blicken: Es ist ein mit Majolikakeramiken künstlerisch ausgekleideter Saal. Er hat den Spitznamen „Bananensaaal” erhalten, da die Säulen eine entfernte Ähnlichkeit mit Stauden haben (sollen). Die Kacheln sind eine Gemeinschaftsarbeit von Richard Kuöhl und der Firma Villeroy und Boch.

Auch die großen Bronzetürgriffe gehen auf Richard Kuöhl zurück.

Bild: Klinkerkeramik über dem Eingang Valentinskamp
Bild: Klinkerkeramik über dem Eingang Valentinskamp
Bild: Klinkerkeramik über dem Eingang Valentinskamp

Klinkerkeramik über dem Eingang Neue ABC-Straße

Bild: Klinkerkeramik über dem Eingang Neue ABC-Straße
Bei dem jugendlichen Reiter handelt es sich um Hermes. Sein Flügelhelm verrät es!

Das große Wappen an der Front zum Gänsemarkt
Das Finanzamt unterstützt den Tierschutz!

Da soll noch jemand behaupten, dass Finanzamt hätte nichts für Tauben übrig! Siehe rechts oben im folgenden Bild! Die Taube wird sicher den geldwerten Vorteil versteuern, der ihr aus der Mitbenutzung der Fassade des Finanzamts zufließt.
Bild: Finanzdeputation, Wappen an der Front zum Gänsemarkt
Auch beim Wappen wurde die Formen durch farbige Lasuren und Vergoldungen hervorgehoben. Die Anbringung des Wappens unter einem Schlussstein betont die vertikale Fassadengliederung des Gebäudes.

Das Wappen ist vom Gänsemarkt aus zu sehen.

Letztes Upload: 29.04.2019 um 10:11:48