Richard Kuöhl und öffentliche Bäder:
Das Holthusenbad in Eppendorf

Die Badeanstalt Eppendorf wurde 1912–1914 auf einem 5370 qm großen Platz Ecke der Goernestraße und der Knauerstraße nördlich der dortigen Volksschule erbaut, namentlich, weil die Eppendorfer Alsterbadeanstalt wegen Ausführung der Alsterkanalisation eingehen, bis zur Fertigstellung der geplanten Ersatzbadeanstalt aber noch längere Zeit verstreichen mußte. Der Eingang zu Badeanstalt liegt an der Goernestraße; das Kesselhaus und die Betriebsräume sind von der Knauerstraße zugänglich. Das Gebäude enthält zwei Schwimmhallen, 30 Brausezellen im Keller, 21 Wannenbäder I. Klasse im Erdgeschoß und 12 Wannenbäder II. Klasse im ersten Obergeschoß. Hier ist auch das Standesamt, welches sich vordem in gemieteten Räumen an der Curschmannstraße befand, untergebracht; im zweiten Obergeschoß befinden sich Räume für eine öffentliche Bücherhalle. Die Baukosten der Warmbadeanstalt beliefen sich auf rund 1,027 Millionen Mark.

Die Anstalt sollte am 3. August 1914 in Benutzung gelangen; der Mobilmachung wegen kam es aber erst am 10. September 1914 dazu, nachdem die Angestellten inzwischen ergänzt worden waren. Wegen Brennstoffknappheit war die Anstalt vom 25. Januar 1920 bis 7. Juni 1920 und die Schwimmhallen waren vom 18. Dezember 1916 bis 1. September 1918 und vom 1. September 1919 bis 3. Juni 1920 geschlossen.
[169, Band 2, Seite 268]
Bild: Eingang zum Holthusenbad am 10.5.2004. Ursprünglich waren die drei Eingänge von links nach rechts beschriftet mit: BÄDER FÜR FRAUEN ― STANDESAMT 3 ― BÄDER FÜR MÄNNER
Eingang zum Holthusenbad am 10.5.2004. Ursprünglich waren die drei Eingänge von links nach rechts beschriftet mit: BÄDER FÜR FRAUEN ― STANDESAMT 3 ― BÄDER FÜR MÄNNER
Auch das Holthusenbad an der U-Bahn-Haltestelle Kellinghusenstraße geht auf Fritz Schumacher zurück. Es wurde von 1912 bis 1914 errichtet und als „Warmbadeanstalt Goernestraße” eröffnet. Später wurde es nach dem Senator Gottfried Holthusen (*1848; †1920) umbenannt. Aus heutiger Sicht stellt es ein wirklich historisches Schwimmbad dar. Schwimmbad ist untertrieben ― es werden fast alle Vergnügungen im Zusammenhang mit Wasser und Körper geboten. So beherbergte das Gebäude seinerzeit zusätzlich eine Bücherhalle und sogar ein Standesamt.

Früher hatten längst nicht alle Wohnungen fließendes Wasser. Viele Mietshäuser hatten für die Mietpartien lediglich eine gemeinsame Wasserstelle und ein gemeinsames WC im Treppenhaus. Das Holthusenbad trug mit seinen öffentlichen Duschkabinen und Badewannen zur Hygiene der Stadtbewohner wesentlich bei.

Bild: Eingang zum Holthusenbad, DetailDies Foto zeigt die mittlere Figurengruppe über dem Eingang des Holthusenbades.

Richard Kuöhl hat an der schmückenden Gestaltung des Gebäudes mitgewirkt!

Bild: Eingang zum Holthusenbad, DetailDie mittlere Figurengruppe deutet auf die öffentliche Bücherhalle hin.

Richard Kuöhl hat an der schmückenden Gestaltung des Gebäudes mitgewirkt!

Bild: Eingang zum Holthusenbad, DetailDie linke und die rechte Figurengruppen sind ähnlich, aber nicht identisch. Sie zeigen jeweils zwei doppelschwänzige Meerwesen.

Die beiden hier gezeigten Fotos zeigen die beiden Meerwesen über dem Eingang „BÄDER FÜR FRAUEN”. Die beiden Meerwesen über dem Eingang „BÄDER FÜR MÄNNER” halten beispielsweise ihre Arme anderes.

Bild: Eingang zum Holthusenbad, Detail.
Bild: Eingang zum Holthusenbad, DetailDer Abschluss der Mauer unten neben der Treppe
Letztes Upload: 04.12.2021 um 05:49:36 • Impressum und Datenschutzerklärung