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Ludwig Kunstmann:
Der Sprinkenhof im Kontorhausviertel

Bild: Sprinkenhof in Hamburg, Fassade
Bild: Sprinkenhof in Hamburg, Fassade
Der Sprinkenhof steht am Burchardplatz gegenüber dem Chilehaus. Durch den Gebäudekomplex des Sprinkenhofs hindurch verläuft die Straße „Springeltwiete”. Ab bereits 1392 trug die Straße den Namen Sprinken- oder Springentwiete. Die Straßenbenennung geht auf den Grundeigentümer Johannes Sprink (Spring) zurück. Er hatte 1384 dieses Grundstück vom Domkapital gekauft.

Der Sprinkenhof ist größer als das Chilehaus. Er ist jedoch weniger spektakulär geschmückt.

Der Mittelblock des Sprinkenhofes wurde nach den Entwürfen der Architekten Fritz Höger, Hans Gerson und Oskar Gerson erbaut. Der ursprünglich freistehende Mittelblock (Bauzeit 1927-1928), um den es hier geht, bildet einen Kubus mit fast glatten Wänden. Über die Wände erstreckt sich ein netzartiges Backsteinmuster mit regelmäßig angeordneten Terrakottaschmuckelementen von Ludwig Kunstmann.[215, Seite 31] Auch der übrige Terrakottabauschmuck stammt von ihm.[vergl. Werkliste in Dissertation, 2003 vorgelegt von Claudia Ingrid Turtenwald: „Fritz Höger (1877-1949)”.]

Das netzartige Backsteinmuster war von den Brüdern Gerson in einem Entwurf für eine Heldengedächtniskapelle auf dem Ohlsdorfer Friedhof entwickelt worden. Die Muster in den Terrakottaschmuckelementen beziehen sich auf Handwerk, Handel, Industrie und Seefahrt - also auf Wirtschaft. Dargestellt sind beispielsweise Adler, Burg, Hand mit Winkelmaß, Rad, Schiff und Waage.

Auch der von 1930 bis 1932 errichtete Westflügel wurde von Fritz Höger, Hans Gerson und Oskar Gerson entworfen. Allerdings verstarb Hans Gerson 1931.

Der zuletzt errichtete Ostflügel des Gebäudes (1939-1943) wurde von Fritz Höger allein entworfen. Oskar Gerson war nicht mehr beteiligt. Er war Jude und durfte im Dritten Reich nicht als Architekt arbeiten.

Auch die Eingangsportale des Sprinkenhofes sind sehenswert.

Bild: Sprinkenhof in Hamburg, Innenhoflinks: Im Innenhof.
Bild: Sprinkenhof in Hamburg, Fenster
oben: Eines der Fenster.
unten: Zusammenstellung einiger Dekorationselemente.
Bild: Sprinkenhof in Hamburg, Dekorationselemente aus Keramik, Zusammenstellung
Bild: Sprinkenhof in Hamburg, Innenhof
Im Innenhof: Die Fassade des Mittelteils ist mit rechteckigen vergoldeten Terrakottaelementen geschmückt. Die Fenster haben wohl Butzenscheiben(?).
Bild: Sprinkenhof in Hamburg, vergoldeter HammerEin vergoldeter Hammer ragt aus der Fassade in Richtung Chilehaus. Links oberhalb ist ein Teil des vergoldeten Buchstabens „F” des Hausnamens „Sprinkenhof” zu sehen.

Bei den beiden ersten Fotos auf dieser Seite ist der vergoldete Hammer rechts im Bild neben dem Schriftzug zu erahnen.

Bild: Sprinkenhof in Hamburg, EingangDer Kopf von Hermes bildet den unteren Abschluss einer Leuchte. Dies Motiv ist mehrmals am Gebäude vorhanden.
Letztes Upload: 19.12.2018 um 08:57:18