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seite Kuöhl

Richard Kuöhl im Hamburger Stadtpark Winterhude:
Die ehemalige Kaskade am Stadtparksee

Bild: Stadtparksee in Hamburg, Nereïde im VordergrundDie von Georg Wrba 1912 geschaffene Nereïde blickt auf den Stadtparksee. Über ihrem Rücken ist am Ufer der gegenüberliegenden Seeseite eine Treppenanlage zu erkennen. Die Treppenanlage markiert die Stelle, an der sich eine mit rotem Klinker verkleidete Kaskade befand.
Das Wort „Kaskade” kommt aus der lateinischen Sprache und bezeichnet einen Wasserfall in Stufen.
Bild: Kaskade am Stadtparksee im Hamburg
Eine dauerhaft aufgestellte Informationstafel an der Treppenanlage informiert den interessierten Besucher über die ehemalige Kaskade. Gebaut wurde die Kaskade 1914/1915. Sie war 6 m hoch und wurde links und rechts von einer Treppe eingefasst - ähnlich wie es bei der heutigen Treppenanlage gemacht wurde. Verziert war sie mit farbigen Schmuckbändern aus Keramik. Die Keramiken hatte Richard Kuöhl entworfen. Laut Informationstafel wurden sie bei Wessely in Hamburg-Eppendorf hergestellt. Die lesenswerte Webseite über die Firmengeschichte von Wessely-Kohlwey mit Stand vom 28.2.2008 macht hierzu allerdings keine Angaben. In einer anderen Quelle wird angegeben, dass sie von der Großherzoglichen Majolika-Manufaktur in Karlsruhe gefertigt wurde.[220,Seiten 63 und 243]

Die Reste der alten Kaskade wurden 1957 abgerissen. Das hier gezeigte Foto habe ich von der genannten Informationstafel am 22.5.2008 abfotografiert.

Fritz Schumacher hatte die Kaskade entworfen. Zur Deutung der Architektur dieses künstlichen Wasserfalls gibt es eine bemerkenswerte Aussage: Das Kaskadengebäude war ein Denkmal besonderer Art. Es diente nicht der Ehrung irgendeiner Persönlichkeit, sondern ganz allgemein einer symbolischen Überhöhung des Wassers, des alläglichsten, allgegenwärtigen und unstrittig wichtigsten Elementes einer Hafenstadt, und dies wiederum tat es ganz ohne den zeitgemäßen plastischen Schmuck, ganz ohne Neptun und Nereïden, nur mit der Monumentalität einfacher architektonischer Körper.[208, Seiten 20]

Eine vergleichbare Aussage ist auf Seite 31 des gleichen Buches zu finden. Dort steht: Seine klare Form und die Härte seiner Mauerflächen machen es außer zu einem Monument des Wassers auch zu einem Monument des roten Backsteins.

Es ist schon beachtlich, dass behauptet wird, das Wasser sei unstrittig das wichtigste Element einer Hafenstadt. Der Mensch kann gut einen Tag ohne Wasser überleben. Ohne Luft überlebt er nur wenige Minuten. Demnach ist Luft jederzeit erheblich wichtiger als Wasser. Das gilt auch für eine Hafenstadt: Was wäre sie ohne agierende Menschen?

Letztes Upload: 07.12.2018 um 05:28:44