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Die Meterspurstrecke

Dampflok „Plettenberg”
vor der Halle

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Museumsbahnen

Deutscher Eisenbahn-Verein (DEV):
Die Fahrzeughalle

Bild: DEV, Betriebswerkstatt bzw. Fahrzeughalle
Für Besucher ist die Fahrzeughalle ein herrlicher Ort zum Stöbern!
Bild: DEV, Hinweisschild vor den WCsDies ernst gemeinte Hinweisschild wurde hergestellt vom Emaillierwerk Hannover-Mellendorf.

Der Zugang zum WC befindet sich vorne rechts an der Fahrzeughalle. Auf dem Foto oben ist das in der Nähe des gelben Fahrzeuges.

Bild: In der Fahrzeughalle der DEVBlick nach draußen: So muss eine aufgeräumte Fahrzeughalle aussehen!
Bild: DEV, Dampfläutewerk Bauart LatowskiIn der Halle hat man Zeit, sich mit Details an den abgestellten Fahrzeugen zu beschäftigen. Die Dampfglocke des Dampfläutewerks der Bauart Latowski ist Beispiel dazu. Zu lesen ist: Robert Latowski, Breslau, 15282.

Das Dampfläutewerk der Bauart Latowski arbeitet nach dem Prinzip des klappernden Deckels eines Wasserkessels. Der Dampf hebt den Stößel an. In der oberen Stellung entweicht der Dampf und der Stößel fällt herab, so dass der Hammer gegen die Glockenschale schlägt.

Verwendet wurden Dampfläutewerke auf Nebenbahnlokomotiven. Hier warnten sie mit dem Läutewerk beim Heranfahren an einen ungesicherten Bahnübergang.

Bild: Erklärungstafel zum Triebwagen T 43In der Halle stehen einige nicht aufgearbeitete Fahrzeuge. Dazu gehört ein bis aufs Skelett demontierter Schienenbus. Der Text auf der zugehörigen Informationstafel besagt:

Der ehemalige T 1 der Rendsburger Kreisbahn Baujahr 1925 stellt einen der ersten mit Verbrennungsmotor ausgestatteten Triebwagen dar. Er war ursprünglich mit Benzolmotor und stangengekuppelten Radsätzen ausgestattet. Im Betrieb bewährte er sich nicht. Deshalb wurde er 1939 auf Dieselantrieb umgerüstet.

Der Triebwagen wurde 1981 dem DEV überschrieben. Vor einer erneuten Indienststellung wären umfangreiche Arbeiten erforderlich.
[Informationstafel am 9.6.2005]

Das Foto unterhalb zeigt das Fahrpult im Zustand vom 31.7.2016.
Bild: Fahrpult des Triebwagens T 43
Beim DEV heißt der Wagen T 43. Auf den Webseiten von Inselbahn.de sind einige Fotos des Wagens unter Museum — DEV Bruchhausen-Vilsen — T 43 zu sehen.

Gebaut wurde der meterspurige Triebwagen für die Rendsburger Eisenbahn von der Linke-Hofmann-Lauchhammer AG, einem Tochterunternehmen der AEG. Am 24.10.1925 wurde er und ein weiterer Triebwagen an die Rendsburger Kreisbahn geliefert. Er bot im elektrisch beleuchteten Fahrgastraum 48 Sitzplätze.

Die Rendsburger Kreisbahn stellte 1957 den Personenverkehr ein. Der Triebwagen kam mit zwei Personenwagen zur Sylter Inselbahn (Betrieb 1888 bis 1970). Bei der Sylter Inselbahn erhielt er die Fahrzeugnummer T 23. Nach Einstellung der Inselbahn kam der Triebwagen zur Interessengemeinschaft Historischer Schienenverkehr (IHS, Selfkantbahn). Aufgrund des schlechten Zustands kam er dort nicht in Fahrt und blieb dort abgestellt. 1981 gelangte er zum DEV und erhielt nach dem dortigen Nummernschema die Wagennummer T 43.

Die Form des Aufbaus, die Motorschnauze und die Anordnung der Fenster erinnert sehr an den Triebwagen T 24 des VVM in Schönberger Strand. Allerdings hat der T 24 in Schönberger Strand zwei Achsen. Der T 23 bzw. T 43 hat zwei Drehgestelle.

Triebwagen und Benzolantrieb

Der Triebwagen ist ein Fahrzeug, bei dem in einem einzigen Fahrzeug Antriebsmaschinen und Räume für die Reisenden untergebracht sind. Man kommt dadurch ohne Lokomotive aus und kann auf verkehrsärmeren Strecken gegenüber dem Lokomotivbetrieb Kosten sparen. Der Siegeszug der Triebwagen lässt sich am Beispiel der preußischen Staatsbahnen zeigen: 1907 gab es fünf Triebwagen im Probebetrieb. 1910 waren bereits 100 im Einsatz, 1918 waren es über 350.

Die Dampftriebwagen waren so ausgerüstet, dass sie von einer einzigen Person bedient werden konnten. Ihre Feuerung war so eingerichtet, dass die Kohle automatisch dem Rost zurutschte.

Eine weitere Antriebsart war der elektrische Triebwagen mit Akkumulatoren. Er konnte mit einer Akkuladung etwa 100 km zurücklegen. Um eine größere Reichweite zu erzielen, verwendete man Verbrennungsmotoren, die einen Stromgenerator antrieben. Der Strom aus dem Generator treibt wiederum den Elektromotor an. Man spart sich dadurch das Getriebe und die Kupplung.

Als Treibstoff für den Verbrennungsmotor kommt Dieselöl, Benzin oder Benzol in Frage. Dieselöl und Benzin werden aus Erdöl gewonnen, Benzol aus Steinkohle. Erdöl ist in Deutschland kaum zu fördern, Steinkohle gibt es reichlich. Devisen standen in der schwierigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg kaum zur Verfügung. Deshalb wurden anfänglich die Triebwagen mit Benzol betrieben.

Benzol ist keinesfalls der ideale Brennstoff. Er beginnt bei 0° zu erstarren, so dass man im Winter einen Benzinvorrat zum Anlassen des Motors mitnehmen musste.

Letztes Upload: 23.05.2020 um 05:09:13. Dieser Abruf erfolgte am 12.08.2020 um 23:19:09 Uhr.