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Introseite Straßenbahn
in Rostock

Gotha-Triebwagen 46 mit Beiwagen 156

Der Ausstellungsraum

Straßenbahn und „depot 12” in Rostock:
Zahlbox und Fahrscheinentwerter

Bild: depot 12, Beiwagen 156, Zahlbox Bild: depot 12, Beiwagen 156, Zahlbox
Diese Seite beschäftigt sich mit der Zahlbox und dem Fahrscheinentwerter in Beiwagen 156. Bereits bei der alten Pferdebahn kam man auf die Idee, den Schaffner einzusparen. Der Fahrgast sollte sich vor Fahrtantritt Fahrmarken beschaffen. Die Fahrmarke oder das Fahrgeld wurde bei Fahrtantritt in die auf den Plattformen angebrachten Zahlkarten eingeworfen.
Bild: depot 12, Beiwagen 156, Zahlbox

Der Nachfolger der Fahrgeldentrichtung hieß in der damaligen DDR „OS-System”. „OS” steht für „ohne Schaffner”.

Dabei wurden im Straßenbahnwagen sogenannte „Zahlboxen” installiert. Der ehrliche Fahrgast warf in die Zahlboxen Bargeld oder Sammelkartenabschnitte ein und erhielt dafür den Fahrausweis. Das eingeworfene Geld bzw. der Sammelkartenabschnitt blieb für die nächsten zahlenden Fahrgäste sichtbar — die Fahrgäste kontrollierten so gegenseitig ihre Ehrlichkeit.

In der DDR wurde das Verfahren zuerst 1961 in Leipzig und später — 1963 — in Halle eingeführt.

Bild links:
Zahlbox im Beiwagen 156. In dem Beiwagen 156 ist auf einer Plattform an einem Wagenende eine Zahlbox installiert. Auf der anderen Plattform hat man einen Entwerter aufgestellt.

Bild: depot 12, Beiwagen 156, Fahrscheinentwerter Bild: depot 12, Beiwagen 156, Fahrscheinentwerter
Das Metallschild oben auf dem Fahrscheinentwerter ist eine Bedienungsanleitung mit drei Schritten:
  1. Abschnitt einstecken
  2. Entwertung abwarten
  3. Abschnitt wieder entnehmen
Die Weiterentwicklung ist der Fahrscheinentwerter. Der Fahrgast beschafft sich vor der Fahrt einen passenden Fahrausweis. Bei Fahrantritt schiebt er ihn in den Entwerter. Der Entwerter stempelt oder locht den Fahrausweis. In der DDR wurde dies Verfahren zuerst 1973 in Dresden eingeführt.

Noch genialer geht es in Hamburg zu. Der Fahrausweis braucht nicht entwertet zu werden. Der Fahrkartenautomat druckt seine Kennung, das Datum und die Uhrzeit auf die Fahrkarte — und schon ist sie mit dem Kauf entwertet. Ein Kauf von Fahrkarten im Voraus auf Vorrat ist bei Einzelfahrausweisen in Hamburg nicht möglich. In den Fahrzeugen und auf Bahnsteigen des Nahverkehrs brauchen somit in Hamburg keine Fahrscheinentwerter aufgestellt zu werden. Das spart Aufwand für den Fahrgast und für das Nahverkehrsunternehmen.

Letztes Upload: 12.06.2020 um 10:42:28. Dieser Abruf erfolgte am 08.07.2020 um 00:39:37 Uhr.