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Besuch beim VVM in Schönberger Strand:
Straßenbahntriebwagen V3, Beschreibung Leinenfänger für die Stromabnehmerstange

Bild: Führerstand des V3 bei der Museumsstraßenbahn Schönberger Strand des VVM Bild: Innenansicht des V3 bei der Museumsstraßenbahn Schönberger Strand des VVM
Nach den Bildern des V2-Straßenbahnzugs schockieren diese beiden Innenansichten des V3 mit der Wagennummer 2970 etwas. Diese beiden Bilder stammen aus 2003. 2007 sah das Wageninnere dank der Restaurierung wirklich vorzeigbar aus.

Der V3 war 2003 jedoch fahrfähig. Er wurde nicht nur Tag der Straßenbahn auf der Museumsstraßenbahnstrecke vorgeführt.

Bild: Die Fahrgäste sitzen gepolstert und in FahrtrichtungDer Fahrgastbereich: Die Fahrgäste sitzen auf gepolsterten Kunstledersitzen und in Fahrtrichtung.

Die Sitze sehen ähnlich aus wie die Sitze im V5. Im V5 hatten die Sitze zusätzlich nur auf der Gangseite feste Armlehnen bzw. Schutzbügel aus Stahlrohr.

Bild: Der Tachostand des V3-TriebwagensDer Kilometerzähler am Tachometer zeigte am 4.7.2019 402627 km.

Der Fahrerplatz sieht ähnlich aus wie der Fahrerplatz des V5. Der links angebrachte Fahrschalter AEG EF 43 wurde beim letzten Umbau 1959/60 eingebaut. Es handelt sich um einen Fahrschalter, der aus einem vormals modernisierten Z1-Sitzwagen ausgebaut worden wurde.

Von außen sieht der Triebwagen wie ein verkürzter Großraumwagen V5 aus. Es ist ebenfalls eine Ganzstahlkonstruktion. Dies Fahrzeug der Bauart V3 wurde 1937 von der HHA beschafft.

Insgesamt ließ die HHA im Zeitraum 1937 bis 1940 fünf Wagen dieses Typs V3 in ihrer Waggonfabrik Falkenried bauen. Es waren Zweirichter. Nur zwei Wagen davon überstanden den Zweiten Weltkrieg. Sie wurden zu Einrichtern umgebaut und blieben bis 1967 in Betrieb. Einen der beiden Wagen konnte der VVM erwerben.

Um 1950 modernisierte die HHA Triebwagen. Einige dieser Wagen wurden so umgebaut, dass auch der Fahrer eine Sitzgelegenheit erhielt. Dazu wurden in diese „Sitzwagen” AEG-Fahrschalter EF 43 seitlich eingebaut.
Bild: V3 der HHA beim VVM als Museumswagen Die Front des V3 wurde beim Umbau 1960 an die Front der Sambawagen angepasst. Hierzu gehören der Kasten für die Anzeige der Liniennummer auf dem Dach und die Rollbandanzeige für das Fahrtziel. Bei einem früheren Umbau 1952/53 wurden die vorher sehr klobigen Scheinwerfer durch Autoscheinwerfer ersetzt.
Bild: V3 der HHA beim VVM als Museumswagen
Der V3 wurde als Zweirichter gebaut. 1949 wurde bei beiden noch vorhandenen Fahrzeugen die linke Seite nach Entfernung der linksseitigen Türen geschlossen.
Bild: V3 der HHA beim VVM als Museumswagen
Die Einstiegsseite des V3
Auf den Bildern sind die Fahrgestelle nicht deutlich zu erkennen. Beide V3-Wagen erhielten 1952/53 Fahrgestelle von im zweiten Weltkrieg ausgebrannten V5-Triebwagen.
Bild: V3 der HHA beim VVM als MuseumswagenFoto links: Die Rückseite des V3

Der schwarze Anbau links an der Rückwand ist der Nebenleinenfänger. Der schwarze Anbau mehr in der Mitte ist der Hauptleinenfänger. Bei Verwendung beider Leinen entgleiste auf der Straßenbahnvorführanlage in Schönberger Strand die Trolleyrolle zu häufig. Deshalb wurde die Nebenleine vom Rollenstromabnehmer abgenommen – man erkennt es an der losen Leine, die in den Nebenleinenfänger hineinführt.

Mit der roten AEG-Kupplungsdose (vermutlich Type AEG  II A) wird der Beiwagen elektrisch angeschlossen.

Die rechteckige Leuchte unterhalb des Hauptleinenfängers bringt das Wort „HALT” zum Aufleuchten. In gleicher Höhe sind rechts und links die beiden Schlussleuchten angebracht.

Ganz unten ist eine „Hamburger Stangenkupplung” angebracht.


Leinenfänger: Die Sromabnehmerstange wird durch eine eigene Feder am Fuß der Stange gegen den Fahrdraht gedrückt. Wenn die Stromabnehmerrolle entgleist und aus dem Fahrdraht springt, wird das Halteseil ruckartig angezogen. In der Rolle des Leinenfängers befindet sich ein Mechanismus. Der Ruck am Halteseil löst eine aufgezogene Feder im Gehäuse des Leinenfängers aus. Die Federkraft zieht das Halteseil und somit die Stromabnehmerstange herab. Dadurch wird eine Beschädigung der Fahrleitung durch den nach seiner Entgleisung zu hoch aufragenden Stomabnehmer vermieden.

Die erste Ausführung des Leinenfängers nach dem System Sprague bremste lediglich die bei der Rollenentgleisung hochschnellende Stange. Danach stand die Stange mit der Rolle jedoch zu hoch und konnte die querstehenden Drähte der Fahrleitung beschädigen. Die beschriebene Ausführung des Leinenfängers mit dem Herabziehen der Stange ist die verbesserte Ausführung. Die amerikanischen Bezeichnungen sind „catcher” für die alte und „retriever” für die verbesserte Ausführung.

Alle vor dem V3 für die Hamburger Straßenbahn beschafften Straßenbahnfahrzeuge für den Personenverkehr hatten Aufbauten aus Holz und ein Laternendach. Der Aufbau des V3 ist in Stahlbauweise und er hat ein Tonnendach.

Möglicherweise hat bei seiner Konstruktion der Dresdner Hechtwagen einige Anregungen geliefert. Genau wie der Dresdner Hechtwagen hat auch er zugespitzte Enden mit vierreihigem Kletterschutz . Auch er war mit einem Unterflurfahrschalter ausgestattet. Der V3 war allerdings kürzer, leichter und schwächer motorisiert als der Dresdner „Große Hecht”.


Technische Daten befinden sich auf der Seite über den V2. Eine sehr detaillierte Beschreibung ist beim VVM zu finden.

Letztes Upload: 13.07.2019 um 06:05:23