Friedhof Ohlsdorf • Vom Eingang Kornweg zum Eingang Bramfelder Chaussee:
Die „Trauerhaltestelle”

Der Prökelmoorteich Der Seemannsfriedhof
Im Planquadrat Y46, an der Mittelallee unmittelbar neben an dem rechteckigen Teich bzw. dort, wo der Grünstreifen der Mittelallee beginnt, steht ein seltsames Bauwerk. Es wird als „Trauerhaltestelle” bezeichnet.

Es handelt sich um einen öffentlich zugänglichen türlosen Innenraum zum Trauern. Die Wände des halboffenen Innenraumes und die beiderseitigen Zugänge werden durch zwei U-förmige Betonmauern gebildet:

Bild: Unmaßstäblicher Grundriss der „Trauerhaltestelle”
Unmaßstäblicher Grundriss
Das Konzept der Architektin Mareile Höring sowie der Innendesignerin Solveig Trzebiatowski gewann 2012 beim Architekturwettbewerb „Trauer braucht Raum“ einen Sonderpreis.

Die Ausarbeitung des Entwurfs und die Realisierung des Wettbewerbsbeitrags der Trauerhaltestelle wurden durch das Architekturbüro Netter-Architekten von Susanne Netter durchgeführt. Die Einweihung des Bauwerks erfolgte am 11.6.2021.[Stiftung Deutsche Bestattungskultur, Abruf 31.8.2021]

Die helle Farbgebung der Innenwände und eine Schachtel mit Straßenkreide sollen dazu anregen, Trauerbotschaften oder -gefühle an die Wände zu schreiben. Man kann auch Gegenstände niederlegen. Angekettete Holzklötze sollen vielleicht als Sitzgelegenheit dienen? Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur e.V. schreibt dazu sinngemäß: Es ist ein geschützter Raum zum würdevollen Abschiednehmen entstanden. Dieser liegt relativ zentral und steht jederzeit und jedermann offen. Im Innern kann man verweilen, Blumen oder persönliche Gegenstände ablegen und sogar mit Kreide Botschaften an den Innenwänden hinterlassen. Es gibt keine wirkliche Anleitung für die Benutzung, sondern Intuition ist gefragt!.

Aber immerhin steht eine kleine Schrifttafel neben dem Bauwerk:

Bild: Informationstafel an der „Trauerhaltestelle”
Informationstafel an der „Trauerhaltestelle”

Bild: Die „Trauerhaltestelle” von der Mittelallee aus. Der grüne Wegweiser rechts im Foto weist den Weg zum Ohlsdorfer Ruhewald am Prökelmoor.
Die „Trauerhaltestelle” von der Mittelallee aus. Der grüne Wegweiser rechts im Foto weist den Weg zum Ohlsdorfer Ruhewald am Prökelmoor.
Bild: Das strauchartige Bäumchen in der Ecke des Zugangs von der Mittelallee ist eine …Das strauchartige Bäumchen in des Ecke des Zugangs von der Mittelallee ist eine von der Bestatter-Innung Hamburg gestiftete Felsenbirne.
Bild: Spenderhinweis in der „Trauerhaltestelle”
Das Innere der „Trauerhaltestelle” bildet einen teilüberdachten rechteckigen Raum.
Bild: In der „TrauerhaltestelleAn einer der vier Innenwände ist ein Regalbrett angebracht. Einige angekettete Holzklötze auf dem Boden sollen vielleicht als Sitzgelegenheit dienen(?)
Bild: In der „TrauerhaltestelleDie Straßenkreideschachtel und ein Bibelzitat (Offenbarung 21:4) auf dem Regalbrett

Nun überqueren wir bei der „Trauerhaltestelle” die Fahrbahn und folgen dem Fußweg, der an der anderen Straßenseite (es ist die Südseite) von der Straße abgeht. Nach weiteren 250 m kommen wir zu einem weiten Platz mit einem gepflegten Rasen (Commonwealth War Graves).

Bevor wir allerdings die Commonwealth War Graves besichtigen, machen wir eine Stippvisite beim Seemannsfriedhof. Hierzu folgen wir von den Commonwealth War Graves aus der Fahrstraße nach rechts (Richtung Westen). Bald sehen wir neben rechten Seite der Straße einen großen Stockanker liegen. Der Stockanker liegt jedoch nicht unmittelbar an der Straße.

Letztes Upload: 02.10.2021 um 20:05:50 • Impressum und Datenschutzerklärung