Jüdischer Friedhof Ohlsdorf (Ilandkoppel) in Hamburg):
Introseite Jüdischer Friedhof Ohlsdorf

Um den Friedhof Ohlsdorf herum (Ilandkoppel) Die Lindenallee

Der Jüdische Friedhof Ohlsdorf an der Ilandkoppel ist etwa 10  ha groß. Die Bereiche der sephardischen (portugiesische und spanische) und der aschkenasischen (ost- und mitteleuropäische und somit auch deutsche) Juden sind voneinander getrennt. Statt „sephardisch” scheint sich die nicht dudengerechte Schreibweise „sefardisch” einzubürgern.

Auf den aschkenasischen Arealen herrscht die relativ schmucklose Stele vor. Im Bereich des neuen jüdischen Friedhofs fällt die Verwendung der russischen und persischen Sprache besonders auf. Nach 1945 kamen Neueinwanderer nach Hamburg.

Der jüdische Glaube fordert eine unangetastete Totenruhe bis zum Jüngsten Tag. Bereits das Ablegen von Blumen am Grabstein kann die Totenruhe stören.

Von besonderem Interesse für Besucher des Jüdischen Friedhofs Ohlsdorf dürften sein:

Weitere Bereiche der Friedhofes sind

Auf den sephardischen Arealen dominieren flache liegende Grabplatten, sarkophagartige Blöcke und langgezogene pyramidenartige Grabmale (fast in Zeltform). Sephardische Grabinschriften sind meist einsprachig (portugiesisch, seltener spanisch). Mitunter sind sie zweisprachig, d.h. zusätzlich hebräisch. Ornamente zeigen biblische Szenen, die auf den Namen des Verstorbenen anspielen. Als Totengedenksymbole werden Totenschädel, gekreuzte Knochen, Stundenglas, Engels- und Fledermausflügel verwendet.

Über die jüdischen Friedhöfe in Hamburg (historisch)
Glaubensflüchtlinge aus Portugal und Spanien waren die ersten Juden, die sich in Hamburg niederlassen durften. Hamburg wurde dadurch zur portugiesischsten Stadt Deutschlands. („Sepharad” bezeichnet im Buch Obadja ein nicht näher bestimmbares Exilland. Es wurde später mit Spanien gleichgesetzt. Das dortige friedliche Zusammenleben von Christen, Moslems und Juden brachte im Mittelalter eine bedeutende Kultur hervor.)

Jeder der jüdischen Friedhöfe hatte einen anderen gesellchaftlichen Stellenwert. Die Friedhöfe Königstraße und Ottensen wurden vor allem als Begräbnisplatz für berühmte Rabbiner und Gemeindeführer genutzt, Der Friedhof an der Königstraße ist der älteste jüdische Friedhof in Hamburg. Auf ihm wurde von 1611 bis 1869 bestattet. Die Nationalsozialisten räumten ihn nicht ab, sondern er sollte zur „Rassenforschung” erhalten bleiben.

Grindelfriedhof: Hamburg sperrte wegen kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schweden seine Grenzen nach Dänemark. Vorher hatten die Hamburger Juden ihre Toten im benachbarten dänischen Altona bestattet. Das konnten sie nun nicht mehr. Ersatzweise wurde 1711 der Grindelfriedhof auf Hamburger Gebiet angelegt.

Nach 1715 war die Grenze wieder offen. Der Grindelfriedhof wurde nun als Friedhof für die Juden der unteren Gesellschaftsschichten genutzt: Abtrünnige, uneheliche Kinder und Fremde, die nicht der Gemeinde angehörten.

Nach 1835 jedoch verbaten die dänischen Behörden die Bestattung Hamburger Juden in Altona. Der Grindelfriedhof wurde zum jüdische Hauptfriedhof in Hamburg.

Auf dem Jüdischen Friedhof Langenfelde wurden ausschließlich orthodoxe Mitglieder der Hamburger Gemeinde bestattet.

Auf dem Friedhof Königsreihe liegen die Wandsbeker Oberrabbiner bestattet.

Quellenangabe: u.a. Kirsten Heinson: Das jüdische Hamburg, ein historisches Nachschlagewerk, Göttingen 2006, Wallstein-Verlag.

Letztes Upload: 06.10.2021 um 09:17:36 • Impressum und Datenschutzerklärung