Ohlsdorfer Friedhof • Krematorium und Nebenallee:
Das Familiengrab Mattersdorff (X8,153-162)

Die Grabwand Pape an der Nebenallee Das Familiengrab Halben
Das Familiengrab eines der Direktoren der Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft liegt nicht allzu weit entfernt. Man kann eine Abstecher dahin machen, oder man macht ihn nicht. Hier ist der Weg beschrieben: Von dem Grabmal Pape gehen wir knapp 30 m weiter in Richtung Osten; wir entfernen uns also weiter vom vom KZ-Opfer. Hier kreuzt ein gebogener breiter Fußweg die Nebenallee. Wir biegen in ihn nach links (in Richtung Norden) ein und gelangen an eine Wegkreuzung die als quadratischer Platz ausgebildet ist. Halb links gegenüber ist ein Rasenweg mit einem Grabdenkmal an seinem Ende sichtbar. Auf dies Grabmal gehen wir zu. Nach etwas über 30 m erblicken wir rechts das Familiengrab Mattersdorff.
Bild: Das Familiengrab Mattersdorff, Friedhof Ohlsdorf
Das Familiengrab Mattersdorff, Friedhof Ohlsdorf
Über den Dr. Ing. Wilhelm Mattersdorff (*29.5.1872; †10.4.1946); finden sich nur wenige Fragmente im Internet und genauso wenig ist in der Sachliteratur über die Hamburger Hochbahn Aktiengesellschaft (HHA) über ihn zu lesen.

Die HHA wurde am 27.5.1911 gegründet. Der Regierungsbaumeister a.D. Wilhelm Stein wurde zum alleinigen Direktor der HHA berufen. Prokura erhielten Wilhelm Mattersdorff und Charles Liez.

1918 wurde die HHA erheblich vergrößert. Die Anzahl der Aufsichtsratsmitglieder wurde mehr als verdoppelt und stieg auf 26 und es wurde ein fünfköpfiges Direktorium eingerichtet: Wilhelm Stein führte den Vorsitz, auch die beiden Prokuristen wurden Direktoren: Wilhelm Mattersdorff für die Technik, Charles Liez für den kaufmännischen Bereich.

Genaueres steht dort:

Bild: Das Familiengrab Mattersdorff Foto links: Das Schriftfeld der Stele des Familiengrabes Mattersdorff am 14.2.2022.
Laut den Hamburger Adressbüchern wohnte die Familie ab 1910 bis mindestens 1942 in der Brahmsallee. Beispielsweise nennt der Eintrag für das Jahr 1932 seine berufliche Stellung: Direktor der Hamb.-Hochb. Akt. Ges. und der Elektrischen Kleinbahn Altrahlstedt-Volksdorf A.G.

Die für die NSDAP erfolgreiche Reichstagswahl vom 5.3.1933 löste einschneidende Änderungen auch in der Geschäftsleitung der HHA aus. Ein Mitglied der Bürgerschaft und der NSDAP, der Kaufmann Friedrich Wilhelm Nicolaus Stanik (*11.4.1898 in Borkum; †25.2.1964 in Hamburg), wurde zum 10.4.1933 mit der vorläufigen Wahrnehmung der Geschäfte der HHA beauftragt. Die Vorstandsmitglieder Dr. Ing.e.h. Stein, Dr. Ing. Mattersdorff und Dr. Jur. Mumssen[1] wurden vorläufig beurlaubt.

Genaueres steht dort:


Christoph Strupp zitiert in seinem Buch[170, Seite 35] aus dem Zeitungsartikel „Die erste Reise nach Groß-Hansdorf” in Hamburger Nachrichten vom 29.10.1921. Demnach hatte Mattersdorff gegenüber der Presse eingeräumt: [Die Hochbahn] erfreue sich wie jedes andere große Verkehrs-Institut der uneeingeschränkten Unbeliebtheit weitester Kreise.

Fußnoten
Das Anklicken der Fußnotennummer führt in den Text zurück.
  • [1] Emil Max Gotthold Augustus Mumssen (*21.8.1871 Hamburg; †24.12.1935 Hamburg). In der deutschen Wikipedia steht er unter dem Namen Emil Mumssen, aus dem Hamburger Adressbuch von 1930 ergibt sich Max Mumssen, auf dem Familiengrab (Grablage F21,210–215) steht in Großschrift MAX MUMSSEN und im Manuskript von Wilhelm Stein wird Max Mumßen angegeben.[47, Seite 24]
Letztes Upload: 10.04.2022 um 08:26:56 • Impressum und Datenschutzerklärung