Innen am Zaun um den Friedhof Ohlsdorf:
Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring

Das Mausoleum Baron von Schröder am Westring Familiengrab Simms — die kopierte Pietà
Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring, Friedhof Ohlsdorf Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring, Friedhof Ohlsdorf
Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring, Friedhof Ohlsdorf
Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring, Friedhof Ohlsdorf Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring, Friedhof Ohlsdorf
Die Plastik „Das Schicksal” steht zwischen den Mausoleen und ist nicht zu übersehen. „Das Schicksal” wird durch eine kräftige Frau symbolisiert, die ihre bemitleidenswerten Opfer an den Haaren hinter sich herschleift. So germanisch-heldenhaft, wie die Hauptperson der Plastik dargestellt ist, könnte sie vom Kunstprofessor Arthur Bock stammen!
Die Plastik „Das Schicksal” alias „Die grausame Gräfin” am Westring, Friedhof Ohlsdorf Das tut sie jedoch nicht. Der Bildhauer ist Hugo Lederer (*1871; †1940) aus Berlin. „Das Schicksal” entstand laut dem Werkverzeichnis von Lederer 1896. Jedoch ist an der Statue die Signatur „H. Lederer 1905” vorhanden – siehe Foto hier und 202, Katalognr. 5. Dessen Webmaster nannte mir Hans Krey: Hugo Lederer, ein Meister der Plastik, Berlin 1931 als Quelle für die Angabe 1896. 1905 sei möglicherweise das Aufstellungsjahr.

Der Architekt Karl Friedrich Gustav Zinnow (*26.1.1846 Berlin; †8.1.1934 Hamburg) hatte das Haus Harvestehuder Weg 107 an der südöstlichen Ecke Abteistraße mit Harvestehuder Weg (damals Hausnummer 66) gebaut. Zinnow war ein Vetter des Kaufmanns Ludwig Julius Lippert (*2.3.1835 Hamburg; †22.7.1918 Hamburg).

Der zum Haus gehörende Garten war sehr groß — er grenzte an die Hagedornstraße und die jetzige Rothenbaumchaussee an. Ludwig Julius Lippert hatte den Garten mit Kunstwerken, zumeist Statuen, verziert. Einige davon hatte er von Reisen aus Italien mitgebracht.

Die Statue „Das Schicksal” stand ursprünglich in einem Pavillon in dem genannten Garten.

Das damalige Gebäude wurde 1943 durch Bombeneinwirkungen zerstört. Mittlerweile steht am Harvesterhuder Weg 107 ein Nachkriegsgebäude.

1956 wurde die Statue „Das Schicksal” aus dem inzwischen parzellierten Gartengelände entfernt und auf dem Ohlsdorfer Friedhof aufgestellt.[Verwendet wurden Informationen aus einem Artikel von Frau Gertrud Bunsen in der Dammtor-Zeitung, Jahrgang 1985]


Die bekannteste Statue von Hugo Lederer ist das Bismarck-Denkmal am Stintfang in der Nähe der St. Pauli Landungsbrücken. Es wurde 1906 eingeweiht und ist mit 36 m Höhe das größte Denkmal Hamburgs. Hugo Lederer arbeitete von 1903 bis 1906 daran. Bismarck stellt dabei einen „Roland” als Symbol einer freien Stadt dar.

Es ist kaum zu glauben, dass dies Foto die gleiche Plastik zeigt. Die ersten 5 Fotos auf dieser Seite hatte ich im November 2002 fotografiert. Dies Foto ist vom 2.8.2009. Offenbar wurde die Plastik gereinigt. Es hat sich gelohnt!
„Das Schicksal” hat den Spitznamen „Grausame Gräfin” bekommen. Es ist eindeutig: So geht man nicht mit den Menschen um!
Unmittelbar nebenan im Rhododendrongebüsch hinter dem modernen Grabmal für F.C. Gundlach steht im Planfeld AH17,9–32 bereits seit 1910 ein Gegendenkmal: Das Familiengrab Simms zeigt auch uns Hanseaten, wie sich die Italiener in einer ähnlichen Situation verhalten würden. Jenes Grabdenkmal ist eine Kopie von Michelangelos Pietà in St. Peter (Vatikan). Allerdings steht es gut in einem großen Rhododendronbusch versteckt.
Letztes Upload: 12.07.2023 um 08:22:55 • Impressum und Datenschutzerklärung