Außen um den Friedhof Ohlsdorf herum:
Ehemaliger Friedhofseingang Ilandkoppel und Jüdischer Friedhof

Fußgängereingang Edwin-Scharff-Ring
(Zaunpforte Eichenlohweg)
Redderplatz, Friedhofszaun und Esskastanien
Bild: Ilandkoppel
Das Ende der Ilandkoppel wird durch einen mittlerweile geschlossenen Friedhofseingang markiert. Standort des Fotografen: Außerhalb des Friedhofs am 17.10.2002.
Bild: Ilandkoppel
Dies Foto zeigt den Eingang am 12.3.2015 von der Friedhofsseite aus. Das Zeltdach bzw. der Baldachin wurde vor einigen Jahren außerhalb des Friedhofs aufgestellt.
Bild: Ilandkoppel
Bei diesem Anblick fühlt man sich zurück in die Kaiserzeit versetzt: Kopfsteinpflaster, Steine zur Markierung des ungepflasterten Fußweges sowie überwiegend ältere Mehrfamilienhäuser.

Von hier aus ist der Eingang zum Jüdischen Friedhof Ohlsdorf nur etwa 50 m entfernt. Allerdings kommt man hier nicht von einem Friedhofsinneren zum anderen, denn das Tor Ilandkoppel des Friedhofs Ohlsdorf ist seit den 1940ern(?) geschlossen.

Das Tor Ilandkoppel des Friedhofs Ohlsdorf wurde in den 1960ern und 1970ern Jahren zu Feiertagen mit hohem Besucheraufkommen — wie z.B. Volkstrauertag und Totensonntag — geöffnet. Dann war die Ilandkoppel eine Durchfahrtsstraße.

Bild: Die Aussegnungshalle des Jüdischen Friedhofs Ohlsdorf in der Ilandkoppel am 17.10.2002
Die Aussegnungshalle des Jüdischen Friedhofs Ohlsdorf in der Ilandkoppel am 17.10.2002
1882 wurde den jüdischen Gemeinden in Hamburg ein Begräbnisplatz südlich des Ohlsdorfer Friedhofs überlassen. Es ist jetzt der Jüdische Friedhof Ohlsdorf an der Ilandkoppel unter eigener Verwaltung.

Das Bild oberhalb zeigt die am Eingang stehende Aussegnungshalle. Der Architekt des 1883/1884 errichteten Gebäudes war August Pieper (*1844 in Hannover; †29.4.1891 in Hamburg).

Bild: Aussegnungshalle Jüdischer Friedhof Ohlsdorf in der Ilandkoppel am 7.10.2008 Bild: Aussegnungshalle Jüdischer Friedhof Ohlsdorf in der Ilandkoppel
Die Aussegnungshalle, das große Glasfenster über ihrem Eingang und ein Detail am Dach (7.10,2008)
Bild: Der Eingang zum Jüdischen Friedhof Ohlsdorf in der IlandkoppelBetritt man diesen Friedhof (Herren nur mit Kopfbedeckung! Eine Kappe – Kippa genannt – kann man sich am Eingang ausleihen), ist man über den Zustand vieler der Gräber entsetzt: ungepflegt, verfallen, von Unkraut und Gestrüpp überwuchert. Trotzdem lohnt sich ein Besuch. Die Gräber stehen zwar dicht aneinander gedrängt, aber die Ausstattung vieler Grabmale steht den prächtigsten Grabmalen des Hauptfriedhofs in nichts nach.

Jüdische Gräber werden aus religiösen Gründen auf ewig angelegt. So erhielt die jüdische Gemeinde die Zusicherung, dass dieser Begräbnisplatz, auch nachdem das gesamte Terrain in Ohlsdorf aufgehört hat, als Friedhof zu dienen, nur im Falle dringender Not und nur im Wege einer Gesetzesgebung ... entzogen werden könne.

Die Gräbern sind so ausgerichtet, dass die Toten nach Osten (nach Jerusalem) schauen. Die Grabsteine am Kopfende tragen meistens auf der Hauptseite hebräische Schrift, von rechts nach links zu lesen. Auf der Rückseite findet sich häufig eine verkürzte Inschrift auf Deutsch. Um die Jahreszahlen umzurechnen, muss man 3760 abziehen, denn die jüdische Zeitrechnung beginnt mit der Erschaffung der Erde 3760 v.Chr.

Häufig liegen auf den Grabmalen Steinchen. Es ist üblich, beim Besuch des Grabes einen solchen Stein zu platzieren.

Bild: Kriegsgräber Erster Weltkrieg, Jüdischer Friedhof Ohlsdorf in der Ilandkoppel
Kriegsgräber Erster Weltkrieg, Jüdischer Friedhof Ohlsdorf in der Ilandkoppel
Neben der Westseite der Aussegnungshalle, direkt am Friedhofseingang, wurde eine gemeinsame Gräberanlage für die gefallenen jüdischen Soldaten des Ersten Weltkriegs eingerichtet. Es handelt sich um 88 Einzelgräber. Zusätzlich sind auf seitlich angeordneten Stelen die Namen weiterer jüdischer Gefallener dokumentiert. Ich habe etwa 600 Namen gezählt — laut Helmut Schoenfeld sind es jedoch etwa 1000 Namen.'); iHl('q#206','206, Stichwort Jüdischer Friedhof'); div0(2);

Weiterhin befinden sich auf diesem Friedhofsgelände Überreste der Toten und die Grabsteine von aufgelösten jüdischen Friedhöfen Hamburgs. Dazu gehören der Grindelfriedhof (aufgelöst 1937), der Ottenser Friedhof (aufgelöst 1937–1941) und der jüdische Friedhof am Neuen Steinweg (aufgelöst in den 1930ern).

Mehr über den Jüdischen Friedhof Ohlsdorf (Exkurs)

Ilandkoppel oder Ihlandkoppel?
Bild: Straßenschild Ihlandkoppel auf dem Ohlsdorfer FriedhofDies Straßenschild — es steht auf dem Ohlsdorfer Friedhof — zeigt den Straßennamen mit h. geschrieben. Meistens wird er jedoch ohne h geschrieben.

Auf einer alten Flurkarte (abgedruckt in Baubehörde Hamburg: Hauptfriedhof Ohlsdorf im Laufe der Zeit, Hamburg 1977) heißen die beiden Flurstücke, die an der jetzigen Ilandkoppel lagen, „Ihland” und „Ihland-Koppeln”. Auf den Ihland-Koppeln liegt heute der Jüdische Friedhof Ohlsdorf Ilandkoppel. Irgendwann wurde demnach das h unterschlagen. Gut, dass es das widersprechende Straßenschild auf dem Ohlsdorfer Friedhof gibt!

Zu guter Letzt: Die Herkunft des Namens Iland (bzw. Ihland) ist unbekannt – zumindest habe ich im Internet und in verschiedenen Büchern dazu nichts gefunden!

Letztes Upload: 18.01.2021 um 13:13:33. Dieser Abruf erfolgte am 12.05.2021 um 01:28:48 Uhr. • Impressum und Datenschutzerklärung